Bizarr

„Der rosarote Panther wird gejagt“ von Blake Edwards. Als im Juli 1980 Peter Sellers starb, schien dies auch das Ende zu bedeuten für jene erfolgreiche Komödien-Serie, in der Sellers den tolpatschigen Inspektor Clouseau spielte, einen Don Quichotte im Polizeidienst. Knapp drei Jahre nach seinem Tod kommt mit „Trail of the Pink Panther“ ein neuer Film ins Kino – mit Peter Sellers als Clouseau. Blake Edwards hat outtakes (seinerzeit nicht benutzte Sequenzen) mit Seilers kombiniert mit einigen bekannten Szenen der anderen fünf „Panther“-Filme (1963-1978) und mit neu gedrehtem Material, in dem Darsteller wie Herbert Lom, Burt Kwouk, David Niven, Capucine ihre alten Rollen wiederaufnehmen und neue Figuren hinzukommen (am witzigsten: Richard Mulligan als Clouseau Senior in einer Szene, in der Edwards einen besonders brutalen Gag aus „Ten/Die Traumfrau“ variiert). Das Resultat ist eine bizarre Mischung aus jeder Logik spottender Collagen-Komödie und larmoyantem Interview-Film (nach dem ersten Drittel wird Clouseaus Flugzeug als vermißt gemeldet, und eine französische Fernseh-Reporterin beginnt Clouseaus Freunde und Feinde nach seiner Vergangenheit zu befragen), aus opportunistischem Kalkül (allein die drei letzten „Panther“-Filme spielten mehr als 300 Millionen Dollar ein) und mitunter makabrer Hommage („Männer wie Clouseau sterben nie“, heißt es einmal): das wohl erste postume sequel des Kinos. Clouseau ist tot, es lebe der Panther! Die nächste Fortsetzung soll „The Curse of the Pink Panther“ heißen. Das kann man nur kommentieren mit dem Motto des Panthers: Think Pink!

Helmut W. Banz

Harmlos

„Der schwarze Hengst kehrt zurück“ von Robert Dalva ist der offensichtliche Versuch von Coppolas Zoetrope-Studio, auf ein sicheres Pferd zu setzen. Die Geschichte hält sich an das schon bewährte Muster: gefährliche Reise, wunderbare Rettung und ein spannendes Rennen. Der junge Alec (Kelly Reno) bleibt auf der Spur des Superpferdes, das der rechtmäßige Besitzer, der Fürst eines Beduinenstamnies, in seine Heimat nach Nordafrika entführen läßt. Doch während im „Schwarzen Hengst“ die Bilder von Caleb Deschanel das Miteinandervertrautwerden von Kind und Pferd zu einem fast mystischen Naturereignis stilisierten, erlebt Alec diesmal handfeste Abenteuer in Karl-May-Manier und bewährt sich in der Fremde: bei edlen Häuptlingen und finsteren Schurken. Und wenn der Junge dann endlich das Pferd wiedersieht, feiert dies die Musik von Georges Delerue wie die Vereinigung von Romeo und Julia. Doch sonst gibt die bieder photographierte (Kamera: Carlo di Palma) „Pferde-Oper“ vor allem reichlich Gelegenheit, das Muskelspiel des feurigen Araber-Hengstes – auch diesmal wieder vortrefflich dargestellt von Cass-Olé – zu bewundern und empfiehlt sich mit schlichter „Tue recht und scheue niemand“ – Moral als pädagogisch unverdächtiger Familienfilm. Harmlose Sommerware, zum alsbaldigen Verbrauch.

Lina Schneider

Empfehlenswerte Filme

„Das Gespenst“ von Herbert Achternbusch. „Die flambierte Frau“ von Robert Van Ackeren. „Eine ganze Nacht“ von Chantal Akerman. „Diva“ von Jean-Jacques Beineix. „Echtzeit“ von Hellmut Costard und Jürgen Ebert. „Bolwieser“ von Rainer Werner Fassbinder! „Café Malaria“ von Niki List. „Prince of the City“ von Sidney Lumet. „Uliisses“ von Werner Nekes. „Grenzenlos“ von Josef Rödl. „Ein Jahr in der Hölle“ von Peter Weir.