DIE ZEIT

Heuchelei

Erst war es Theo M. Loch (CDU), dann Richard Becker (SPD); erst der Fernseh-Chefredakteur des WDR, dann der Intendant des Deutschlandfunks.

Offenes Visier

Dresden, der Kirchentag in der Elbemetropole, sei ein "mittelgroßes Wunder" gewesen, sagte zum Abschluß des Treffens der Hunderttausend sein Organisator, der langjährige sächsische Synodalpräses Johannes Cieslak.

Ein Anschlag auf die Freiheit

Der Innenminister der Regierung Kohl muß sich in diesen Tagen immerfort gegen einen Vorwurf zur Wehr setzen, der ihm ganz zu Unrecht gemacht wird: Er wolle das in der Bundesrepublik geltende Demonstrationsrecht nur ändern, um die für den Herbst erwarteten Massenkundgebungen gegen eine Stationierung amerikanischer Marschflugkörper und Pershing-II-Raketen auf deutschem Boden mit Hilfe der Polizei niederknüppeln zu können.

Bayerntheater

Manchmal denkt man, Bayern sei ein einziges Bierzelt. Beim Weißbierfest am letzten Wochenende servierte Kabarettist Klaus Havenstein im Pschorrkeller seine Pointen.

Testfall

An diesem Freitag hätte Brasilien 400 Millionen Dollar zurückzahlen müssen, die ihm einige Zentralbanken über die Basler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich(BIZ) geliehen haben.

Zeitspiegel

Nicht so ganz privat wird die Urlaubsreise verlaufen, die den CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß nach Polen führt. Er ist von einem verwandten seiner Frau, der an der deutschen Botschaft in Warschau arbeitet, eingeladen und wird an einer Diplomatenjagd in Masuren (im ehemaligen Ostpreußen) teilnehmen.

Das Milliarden-Ding

Die CDU-Politiker in Bonn bedenken in diesen Tagen den Vorsitzenden der bayerischen Schwesterpartei mit einem Begriff, der ihnen in den vergangenen Monaten zur Bezeichnung der Politik des Münchner Ministerpräsidenten kaum in den Sinn und noch weniger auf die Zunge gekommen wäre, schon gar nicht im Privatgespräch: "Konstruktiv".

Elogen und Knallbonbons

Wenige Tage nach der ersten Moskaureise eines westdeutschen Kanzlers, im September 1955 also, betrieb ich auf dem an die Kremlmauer grenzenden Manegenplatz journalistische Meinungsforschung.

Jurij Andropows lyrische Stunden

Die Sowjetmetropole in diesem Sommer: sie wirkt freundlicher und farbiger, dynamischer und weltoffener als je zuvor. Die kommunistischen Ikonen an Hauswänden und den großen Ausfallstraßen sind verschwunden: nirgends ein Bild von Staats- und Parteichef Andropow.

Der Geist, der stets bejahte

Futurologen und Historikern gemeinsam ist die Faszination durch das Unfaßbare. Intuition darf beiden nicht fremd sein. Ebensowenig jene Phantasie, die „wie aller Poesie so auch aller Historie Mutter“ ist.

Israel: Gewalt in Hebron

Der Mord an einem israelischen Talmud-Schüler in Hebron hat die Spannungen im Westjordanland erneut angeheizt...............

Italien: Dubioses um Agca

So ungewiß das Schicksal der fünfzehnjährigen Vatikanstaatsbürgerin Emanuela Orlandi Mitte der Woche war, so zweifelhaft wirkt die Publizität, die ihre Entführung dem Papst-Attentäter Ali Agca verschafft hat.

Chile: Neuer Protest

Auf den gescheiterten Generalstreik nach dem zweiten Protesttag im Juni reagierte die Regierung in Santiago mit zahlreichen Verhaftungen von Gewerkschaftsführern, aber auch von Politikern der Opposition.

Tschad: Bürgerkrieg

Der Bürgerkrieg im Tschad ist zum offenen Wüstenkrieg zwischen zwei gut ausgerüsteten Armeen geworden. Nach überraschenden Erfolgen des von Libyen unterstützten Goukouni Weddei holt die Armee des Präsidenten Hissène Habré nach dem Eintreffen westlicher Waffenhilfe zum Gegenschlag aus.

KSZE: Vor dem Abschluß

Das Madrider Treffen der 35 Staaten, die 1975 feierlich in Helsinki die Schlußakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) unterzeichneten, geht nun endlich zu Ende, mit einer feierlichen Zusammenkunft der Außenminister.

Wandel durch Annäherung

Diskussionsrunde der ZEIT, des ZDF und der Evangelischen Akademie Tutzing über ein umstrittenes Schlagwort zum Ost-West-Verhältnis – Kontinuität auch unter Kanzler Kohl?

Den Hennes hab’ ich gut gekannt

Angesichts des Todes, sagte Pfarrer Wilhelm Hosen in seiner Predigt, wolle er nun vom Leben sprechen – und das Leben hatte Hennes Weisweiler, den sie am Morgen in seinem Heimatdorf Lechenich bei Köln beerdigt hatten, zwei Stunden später bei der Totenmesse im Kölner Dom schon wieder eingeholt.

Nicht schuldig: Gehetzter Richter

Die Klage, ein Streitfall mit einer Krankenversicherung, wurde 1981 erhoben. Entschieden wurde noch nichts. Also fragte höflich aber bestimmt der Anwalt namens seines Mandanten nach.

...und ewig kreißt der Petersberg

Das Bohren von dicken Brettern mit Geduld und Augenmaß ist Franz Möller wohlvertraut. Schließlich ist er Landrat des Rhein-Sieg-Kreises rund um Bonn.

Schweizer Sozialpartner: Frieden

Im Jahre 1937 schlossen die Arbeitgeber und die Gewerkschaften der schweizerischen Metallbranche ein „Friedensabkommen“. Die Sozialpartner verpflichteten sich, aufeinander Rücksicht zu nehmen und Meinungsverschiedenheiten durch Verhandlungen „auf Treu und Glauben“ auszutragen: Streiks und Aussperrungen sind verpönt, und sie sind es fast schon ein halbes Jahrhundert lang; soeben ist der Friedensvertrag um fünf Jahre verlängert worden.

Abgaben: Reform der Akademiker

Während Bundesfinanzminister Gerhard Stoltenberg hartnäckig jede Äußerung vermeidet, aus der das Publikum heraushören könnte, wann endlich wieder einmal die Einkommensteuer ermäßigt wird, und während in den Bundestagsfraktionen nur ganz behutsame Überlegungen angestellt werden, ob denn außer einer sanften Milderung des Einkommensteuertarifs weitere Steuersenkungen wünschbar und bezahlbar seien, hat in diesen Tagen eine Gruppe von sechs konservativ-liberalen Wirtschaftswissenschaftlern bereits konkrete Vorschläge für eine Steueränderung vorgelegt.

Stets auf Ausgleich bedacht

Es kommt nicht gerade häufig vor, daß in einem Großunternehmen, das eben erst zum zweitenmal innerhalb eines Jahres vor dem sicheren Konkurs gerettet werden mußte, dem Vorstandschef ein neuer Fünfjahresvertrag angeboten wird.

Bonner Kulisse

Manchmal „finde ich es schon etwas bitter, wenn mir junge Leute sagen, Ihre Zeit ist vorbei.“ Der das sagt, ist ein arbeitsloser ehemaliger Bundestagsabgeordneter, der bei der Bundestagswahl im vergangenen März noch einmal als 60jähriger für die FDP angetreten war, allerdings auf einem ganz aussichtslosen Listenplatz: Walther Ludewig aus Braunschweig, FDP-Abgeordneter von 1976 bis 1980.

Arbeitsvermittlung: Modell

Nicht so Franz Josef Strauß, Ministerpräsident von Bayern. Wenn er sich zu Wort meldet, dann weiß er, wovon er spricht, dann hat er auch selbst Erfahrungen in dem Sachgebiet gemacht.

Teilkasko: Folgenlos

Otto Graf Lambsdorffs Wirtschaftsministerium bemühte gleich wieder hehre Werte: „Ein wichtiger Schritt zur Liberalisierung der Kraftfahrversicherung nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen“ sei.

Noch nie so schön wie heute

Grund zum Feiern gab es reichlich, aber es fehlte die Zeit zum Feiern. Die Kurse deutscher Aktien erreichten Anfang Juli einen neuen Nachkriegsgipfel; aber die Makler und Effektenhändler waren voll damit beschäftigt, die über sie hereingebrochene Kaufwelle technisch zu bewältigen.

US-Konjunktur: Mit der Pest leben

Noch in der Erklärung zum Abschluß der Gipfelkonferenz von Williamsburg hieß es, die Beteiligten seien sich einig, auf ein weiteres Absinken der Zinsen hinzuwirken.

Video-Werbung: Chancen für Goldgräber

Die Umzingelung hat begonnen. Ob auf Bahnhöfen, in Kaufhäusern, Discotheken, Jeans-Shops oder Arztpraxen – überall kann es Reisenden, Kunden, Gästen oder Patienten heute schon passieren: Plötzlich und unerwartet flimmert und tönt da ein TV-Programm und heischt um Aufmerksamkeit.

Börsen-Report: Störfeuer aus den USA

Der steigende Dollar sowie die Ungewißheit über die Zinsentwicklung in den USA haben in den letzten Tagen die Börsentendenz in der Bundesrepublik bestimmt.

Zeit spart Geld

Die Banken wundern sich zunehmend darüber, daß die Kunden bei der Anlage in festverzinslichen Wertpapieren den Steuergesichtspunkt nicht berücksichtigen.

Die Lage ist dramatisch

Schmidt: Es ist dringend geboten, alle Möglichkeiten zur Verbesserung des Absatzes zu prüfen. Wenn wir ganz illusionslos alle Schwierigkeiten berücksichtigen, bleibt nichts anderes übrig, als die Kohleimporte aus Drittländern zu drosseln.

ZEITRAFFER

Die weltweite Konjunkturflaute bringt jedenfalls Wirtschaftsinstituten und Prognostikern Beschäftigung. Doch wann die Flaute zu Ende gehen könnte, bleibt ungewiß.

MANAGER UND MÄRKTE

So richtig vorzeigbar fand der Chef die Firma schon selbst nicht mehr. Statt aus der Zentrale der Unternehmensgruppe im Kölner Vorort Weiden ließ Jürgen Amann seine Betreuungs- und Verwaltungsgesellschaft für Immobilieneigentum BVI schon seit Jahren aus einem Hinterzimmer im Kölner Sanierungsquartier Stollwerck managen.

Kaum menschlichen Kontakt

Wahrscheinlich rechnen Sie jetzt mit einer Danksagung der Schüler oder etwas Ähnlichem. Aber eine Danksagung der Schülerschaft kann nicht Inhalt meiner Rede sein, denn ich weiß wirklich nicht, ob alle Schüler dankbar für die Dinge sind, die ihnen während ihrer Schulzeit widerfuhren.

Mütterdämmerung

Elfriede Jelineks Roman „Die Klavierspielerin“ und Rahel Hutmachers Geschichten „Tochter“

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