Während die Aktienhändler der Banken alle Hände voll zu tun haben, um die Kaufwünsche der Kunden zu befriedigen, läßt der Neuabsatz bei den traditionellen Investment-Fonds immer noch zu wünschen übrig.

Für das erste Halbjahr 1983 warten die deutschen Aktienfonds mit stolzen Ergebnissen auf. Obwohl einige in ihrer Dispositionsfreiheit wegen der immer noch nicht zum Abschluß gekommenen Mittelrückflüsse behindert waren, erzielten selbst die großen Publikumsfonds Wertsteigerungen, die in den meisten Fällen über 20 Prozent hinausgingen. Spitzenreiter war der in unserer nebenstehenden Tabelle nicht enthaltene Deutsche Vermögensbildungsfonds A mit einem Plus von 27 Prozent.

Die Tatsache, daß es trotz unbestreitbarer Anlageerfolge bisher nicht gelungen ist, das Interesse für Aktienfonds zu reaktivieren, hat die Branche zum Handeln gezwungen.

Es hat sich in der Öffentlichkeit die Meinung durchgesetzt, daß Geldanlagen in Aktienfonds nicht lohnend sind. Zum Beweis für diese These werden Wertvergleichsrechnungen herangezogen, die für die meisten Aktienfonds-Sparer tatsächlich alles andere als ermutigend sind. Daß sich darin die enttäuschende Entwicklung deutscher Aktienkurse in der jüngeren Vergangenheit widerspiegelt, dient den Investment-Managern bestenfalls als Trost, dem Fonds-Anleger jedoch kaum. Er muß noch lernen, daß es Zeiten gibt, in denen man besser keine Aktien besitzt, also auch keine Anteile an traditionellen Aktienfonds.

Nur, wer lautet zum Ein- und Aussteigen? Um nicht mit größeren Einmalzahlungen völlig „schief“ zu liegen, empfehlen die Investment-Gesellschaften regelmäßige Einzahlungen, um auf diese Weise zu einem günstigen Mittelkurs zu kommen, eine Methode, die sich in der Vergangenheit auch bewährt hat.

Im Laufe der nun schon rund neun Monate andauernden Hausse auf den deutschen Aktienmärkten ist die Risikobereitschaft der Aktienanleger gewachsen. Dies ist keine neue Erscheinung. Vielmehr tritt sie stets auf, wenn die Kurse über eine längere Zeit nach oben streben.

Einige Investment-Gesellschaften versuchen, aus der „Spekulationswilligkeit“ breiter Kreise Nutzen zu ziehen. Es werden Spezialfonds am laufenden Band gegründet, die – so DWS Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen mbH (der Deutschen Bank nahestehend) – den Anlegern eine flexible Kapitalanlage ermöglichen sollen, mit der sie besondere Marktchancen in attraktiven Bereichen nutzen können, auch wenn damit ein größeres Anlagerisiko verbunden ist. „Es wird vom Anleger bei dieser Anlagestrategie ein hohes Maß an Flexibilität gefordert, um sich neu zu orientieren, wenn die Marktentwicklung es verlangt.“