An diesem Freitag hätte Brasilien 400 Millionen Dollar zurückzahlen müssen, die ihm einige Zentralbanken über die Basler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich(BIZ) geliehen haben. Aber Brasilien konnte nicht zahlen, und die BIZ will keine Nachfrist gewähren.

In diese Bredouille kam das mit 90 Milliarden Dollar am höchsten verschuldete Land, weil der Internationale Währungsfonds eine Rate seines zugesagten Fünf-Milliarden-Dollar-Kredits nicht ausgezahlt hat. Brasilien hatte nämlich nicht alle Bedingungen des Sanierungsprogramms erfüllt, an die der Währungsfonds seinen Kredit geknüpft hat.

Die internationale Schuldenkrise ist, wenn überhaupt, nur im Zusammenspiel von Regierungen der Schuldenländer, des Währungsfonds, der BIZ, der Zentralbanken und der Geschäftsbanken zu meistern. Insbesondere die privaten Banken gingen dabei von der gewagten Hoffnung aus, daß der Währungsfonds die Schuldnerländer zu Korrekturen ihrer Wirtschaftspolitik zwingen kann. Werden am Fall Brasilien schon die Grenzen dieses Konzepts deutlich? Geht der Testfall negativ aus, müssen die kunstvoll gefügten Umschuldungen in sich zusammenfallen. Das würde uns alle der Katastrophe eines Zusammenbruchs des Weltfinanzsystems näher bringen. R. H.