Wolkow: War in Ihrer Beziehung zu Majakowskij Ihr Judentum irgendwann ein Problem?

Brik: Nie. Majakowskij war Mitglied des Allunionsverbandes zur Ansiedlung jüdischer Arbeiter der UdSSR, er trug das Abzeichen des Verbandes. Er fuhr mit mir zu den Dreharbeiten eines Films, der diesen-Verband unterstützte.

Wolkow: Wie kam es, daß Majakowskij sich an diesem Film über Juden beteiligte?

Brik: Irgendjemand hatte mir von den bodenreformerischen Siedlungen auf der Krim erzählt Ich fuhr auf die Krim, Majakowskij. kam auch hin. Und so machten wir zusammen den Film.

Wolkow: Waren die Ideen des Verbandes in den Kreisen der sowjetischen Intelligenz populär?

Brik: Nein, nein. Dennoch schrieb Majakowskij zu dieser Zeit das Gedicht „Jidde“ und widmete es den „Genossen des Verbandes“. Majakowskij war ganz allgemein ein Anti-Antisemit. Aber er interessierte sich für diese Frage nicht besonders. Wenn er gewußt hätte, was für eine antisemitische Kampagne sich nach seinem Tode hinsichtlich unserer Beziehung entwickeln würde, dann hätte er all diese Banditen niedergeschossen, hätte sie mit seinen Händen erwürgt. Majakowskij raufte sich nie, und irgend jemand fragte einmal: „Warum nicht“? Majakowskij antwortete: „Ich prügele mich nicht, weil ich Angst habe zu erschlagen.“ Er war sehr stark.

Wolkow: Wie wurden Sie mit den Futuristen bekannt?