Daniel Ciello schläft nicht gut. Er ist der jüngste einer Spezialeinheit der New Yorker Drogenpolizei und zugleich ihr Chef, der "Prince of the City". Er sieht seine Kollegen als Partner. Die unbedingte Verläßlichkeit unter ihnen ist das einzige, was für ihn zählt. Wenn eine Dealer-Absteige ausgehoben wird, arbeiten die sechs Männer perfekt zusammen. Keiner entkommt. Den Polizisten fallen Koffer voll Heroin und Bargeld in die Hände.

Den Blick auf die Beute zeigt der Regisseur Sidney Lumet beiläufig, denn nicht die Mittel zur Bereicherung sind wichtig in dieser Geschichte, sondern die Gesten gegenseitiger freundschaftlicher Bestätigung, der Puff aufs Schlüsselbein, ein entspanntes Lachen voller Stolz auf die Leistung, spöttische Witzeleien unter Männern, die sich genau kennen.

Persönlich verantwortlich fühlt sich Ciello auch für seine Informanten. Nachts wird er aus dem Schlaf gerissen und versucht, für einen Fixer etwas Stoff aufzutreiben, damit er über die Nacht kommt. Im Regen jagt er ihn einem anderen armen Teufel ab, bringt seinen Informanten nach Hause und sieht mit eigenen Augen das Elend, wenn das bißchen Heroin durch eine Ungeschicklichkeit verlorengeht. Als Polizist ist er diesen Leuten näher als ein Sozialarbeiter.

Auch privat lebt Ciello auf dem festen Boden freundschaftlich-familiärer Zusammengehörigkeit. Die Partner sitzen zusammen im Garten, erzählen sich Weißt-du-noch-Geschichten, die Kinder spielen, und die Ehefrauen haben ihren nüchternen, besorgten Plausch abseits beim Grillen. Die Manner sind von der gleichen Karohemden- und Windjacken-Unauffälligkeit wie bei der Arbeit, sie haben italienische, irische, jüdische Namen.

Lumet, der schon oft in New York gedreht hat ("Serpico", "Hundstage"), zeigt nicht die grandiose Weltstadt, sondern Bilder von kaputten Gegenden unter Brücken, in grauen, anonymen Seitenstraßen. Man trifft sich auf Fußwegen am Fluß oder in alten Kneipen.

Die Bilder unterstützen den Gestus selbstverständlicher Vertrautheit, mit der sich Ciello und seine Leute bewegen. Die Eigenart der Schauplätze teilt sich so eher beiläufig mit, wenn die Geschichte ein Stück weitergeht.

Treat Williams spielt Daniel Ciello naiv und aufbrausend, erzählfreudig offen, selbstbewußt und krisenanfällig dann, wenn ihm der Boden entzogen wird. Zwei Staatsanwälte bitten ihn um Mitarbeit bei der Aufklärung von Polizeikorruption. Im Alleingang entscheidet er sich dafür und hat bald Grund, noch schlechter zu schlafen.