Eine Stadtrundfahrt macht man gemeinhin mit dem Bus – das weiß jeder Tourist. Aber es gibt auch Ausnahmen: Einige Städte schicken Besucher mit der Straßenbahn auf Entdeckungsreise.

In Frankfurt zum Beispiel verkehrt samstags und sonntags der „Ebbelwei-Expreß“, der seinen Namen nicht von ungefähr trägt: Im Fahrpreis von drei Mark ist eine Flasche Apfelwein enthalten, die während der Besichtigungstour geleert werden kann. Die „schöppchenselige“ Tram fährt in der Zeit von 13 bis 18.15 Uhr ab Ostbahnhof, vorbei am Zoologischen Garten, am Theater- und am Goetheplatz, am Römer und an der Paulskirche. Die Rundtour dauert etwa eine Stunde.

Amsterdam hat außer den Grachtenfahrten auch zu Lande Besonderes zu bieten. Hier zuckelt während der Sommermonate an Sonn- und Feiertagen die „Electrische Museumstramlijn“ durch die Stadt, eine historische Straßenbahn, die um die Jahrhundertwende im Linienverkehr Fahrgäste beförderte. Für die Tour von der Haarlemmermeer-Station bis zum Amsterdamer Wald sind pro Person 7,50 Gulden (etwa 6,70 Mark) zu zahlen. Als Wegzehrung wird vom Restaurant „Meerzicht“ ein Pfannkuchen spendiert.

Helsinki-Besucher haben keine „eigene“ Straßenbahn, sie müssen fürs Sightseeing mit der regulären Linie 3 vorliebnehmen. Die freilich ist mit einem Tonband ausgerüstet, das über Lautsprecher touristische Informationen verkündet. Eine Tour durch die finnische Hauptstadt kostet rund zwei Mark.

Abfahrtsort für Zürichs „Gold-Timer“ ist die Unteristraße/Ecke Bahnhofstraße. Mit der Schweizer Touristenbahn geht es vom 4. Mai bis zum 16. Oktober dreimal wöchentlich jeweils für eine Stunde kreuz und quer durch die Innenstadt, vorbei an historischen Gebäuden und natürlich durch die Bahnhofstraße. Erwachsene zahlen zwölf, Kinder sechs Franken. Reiseleitung und Gratis-Getränk inbegriffen. Nähere Auskünfte erteilen die Verkehrsbüros. Brigitte Wolter