In Großbritannien hüteten sich selbst Labour-Regierungen davor, am Zusammenleben von staatlichen Arbeitsämtern und privaten Vermittlern zu rühren. Gelegentlich merken private Vermittlungsfirmen ironisch an, daß „auch schon mal ein Gewerkschaftsfunktionär“ ihre Dienste in Anspruch genommen habe.

Viele der tausend staatlichen Job Centres im ganzen Land wurden „aufgemöbelt“ und aus Seitengassen in Hauptstraßen verlegt, um gegen die privaten Agenturen erfolgreicher konkurrieren zu können. Ein Drittel der freien Stellen wird den Job Centres gemeldet. Private Vermittler brauchen eine Lizenz des Arbeitsministeriums, aber es werden keine Diplome oder besondere berufliche Qualifikationen verlangt. Unter den 5000 privaten Agenturen gibt es auch Großunternehmen wie das an der Börse notierte Brook Street Bureau mit einem Ableger sogar in Australien.

Die Branche hat wegen der Rezession zwei schlechte Jahre hinter sich. Bei erfolgreicher Vermittlung zahlt der Arbeitgeber eine Gebühr von 3 bis 15 Prozent des Jahresgehalts.

In den Vereinigten Staaten sammeln nur einige Bundesstaaten Informationen über offene Stellen in der Privatwirtschaft. Aber der Erfolg ist bescheiden. Wer einen Job sucht, wendet sich direkt an die Personalabteilungen der Unternehmen, durchstöbert die Stellenanzeigen oder sucht einen privaten Vermittler auf.

„Die am besten zahlenden Firmen der ganzen Stadt arbeiten mit uns. Elegante Büros im gesamten Einzugsgebiet von New York City“, wirbt die Vermittlungsagentur Cosmopolitain. Das deprimierende Gefühl, zum staatlichen Fürsorgeobjekt geworden zu sein, kommt in den hübsch eingerichteten Räumen guter Vermittlungsfirmen nicht auf. Denn jeder, der anklopft, bringt die Chance, daß die Agentur ihren Umsatz erhöht.

Viele Vermittler haben sich auf bestimmte Jobs spezialisiert; besonders lukrativ ist die Vermittlung von Computer-Fachleuten. Für wenig qualifizierte Mitarbeiter wenden sich die Unternehmen kaum je an die Vermittler, weil es ohnehin genug Bewerber gibt.

Frankreichs Agence Nationale pour l’Emploi genießt strengen Monopolschutz. Die Arbeitgeber sind gehalten, dem französischen Arbeitsamt jede Stellenausschreibung zu melden. In der Bauwirtschaft und in der Druckereibranche ist die Arbeitsvermittlung durch Berufsverbände zugelassen. Häufig wird Kritik an der Schwerfälligkeit der staatlichen Arbeitsverwaltung geübt. Die Arbeitsämter, weisen dann jeweils – darauf hin, daß sie personell nur unzureichend ausgestattet sind.