Wer Kosten senkt, gibt weniger aus – dieser Zusammenhang ist gewollt. Wer Kosten senkt, vermindert auf der anderen Seite aber auch Einnahmen – dieser Zusammenhang überrascht offenbar mitunter.

Nur so ist zu erklären, daß die Kostendämpfung im Gesundheitswesen, die auch zu einer deutlichen Verminderung der Kuren geführt hat, jetzt die Politiker auf den Plan ruft. Im Bundesarbeitsministerium wird überlegt, wie man das Image der Kuren verbessern kann; Dieter-Julius Cronenberg von der FDP fordert einen Zwischenbericht zur Situation der Kurorte vom Bundesarbeitsminister.

Nun mag tatsächlich damals des Guten zuviel getan worden sein. Vielleicht haben wirklich viele Bundesbürger die für sie eigentlich nötige Kur nicht beantragt, sei es, weil sie Angst um ihren Arbeitsplatz hatten, sei es, weil sie die eigenen Kosten scheuten.

Korrekturen also könnten angebracht sein. Damit aber wäre nichts anderes bewiesen, als daß der Gesetzgeber bei seinen damaligen Beschlüssen die Folgen nicht ausreichend bedacht hat. Eine Aufgabe der Kostendämpfung allein, um Arbeitsplätze in den Kurorten zu erhalten, wäre dagegen ein glatter Schildbürgerstreich. dg