Eine erste Zwischenbilanz über die Lage am Lehrstellenmarkt hat der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) gezogen. Danach registrierten die Kammern eine Zunahme der abgeschlossenen Ausbildungsverträge von 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bis jetzt hätten schon mehr als 170 000 Jugendliche einen Lehrvertrag für das Jahr 1983/84 unterschrieben. Bei gleichbleibender Tendenz würden die Betriebe im Bereich der Industrie- und Handelskammern damit mindestens 300 000 Lehrstellen in diesem Jahr bereitstellen. Zur Frage, ob Abiturienten immer häufiger den Real- und Hauptschülern Lehrstellen streitig machten, heißt es in einem DIHT-Bericht zur Berufsbildung 1982/83, daß der Anteil der Abiturienten nur bei acht Prozent der Auszubildenden läge.

Die Zahl der Insolvenzen in der Bundesrepublik liegt nach wie vor hoch. Im Mai registrierten die deutschen Amtsgerichte insgesamt 1237 Konkurse und Vergleiche, wie das Statistische Budesamt in Wiesbaden mitteilt. Damit gab es zwar rund zweihundert Verfahren weniger als im Vormonat, aber immer noch 6,2 Prozent mehr als im Mai 1982. Nur im Baugewerbe ging die Zahl der Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr zurück – um 10,4 Prozent. Von Januar bis Mai wurden bis jetzt 6950 Konkurse und Vergleichsverfahren in der Bundesrepublik registriert.

Einen Umsatzrückgang von nominal 1,5 Prozent meldet das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung für das deutsche Handwerk im Juli 1982. Bei Berücksichtigung der Inflationsrate beträgt der Rückgang real sogar 5,3 Prozent. Gleichzeitig hätten die rund 400 000 deutschen Handwerksbetriebe, in denen 3,8 Millionen Männer und Frauen beschäftigt sind, mehr als 100 000 Arbeitsplätze aufgegeben.

Im Mai dieses Jahres entwickelte sich die Zahl der Beschäftigten im Bergbau und in der verarbeitenden Industrie nochmals rückläufig. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes waren dort nur noch rund 6,9 Millionen Mitarbeiter beschäftigt, 4,6 Prozent weniger als im Mai 1982. Der Umsatz von Bergbau und verarbeitender Industrie stieg im selben Jahreszeitraum um 3,3 Prozent auf 107,2 Milliarden Mark.