Peinliche Geschenkidee

Was soll Helmut Kohl Menachem Begin schenken, wenn er Ende August nach Israel fährt? Das Kanzleramt hatte eine schöne, auf den ersten Blick harmlose Idee: Der israelische Ministerpräsident würde sich sicher, über die Originalausfertigung des Abkommens freuen, das Konrad Adenauers Regierung vor drei Jahrzehnten mit internationalen jüdischen Organisationen schloß, um die materielle Entschädigung der nationalsozialistischen Schandtaten gegen Juden einzuleiten. Peinlich nur, daß der damalige israelische Oppositionsführer Begin leidenschaftlich gegen die seiner Meinung nach würdelose Annahme deutscher Zahlungen Sturm lief – so heftig, daß er damals wegen unparlamentarischen Verhaltens für einige Zeit von den Sitzungen der Knesset ausgeschlossen wurde. Kohls Reiseorganisatoren suchen jetzt nach einem passenderen Gastgeschenk.

Recht und Ordnung am Kap

Fünf junge Schwarze – heute im Alter zwischen 21 und 23 Jahren – sind jetzt im südafrikanischen Kimberley zu langen Haftstrafen von zehn bis dreizehn Jahren verurteilt worden – wegen „terroristischer Handlungen“. Sie hatten vor drei Jahren an Schülerdemonstrationen in Kimberleys schwarzer Township Galeshewe teilgenommen und wurden seitdem in Haft gehalten (die auf die zu verbüßende Strafzeit nicht angerechnet wird).

Reagan beleidigt

Ein Polizei-Hauptkommissar vom 3. Revier der Frankfurter Schutzpolizei hat am Freitag letzter Woche die Karikatur zum Thema „Reagan and the Banana Republics“ von Peter Brookes vor dem US-Konsulat in Frankfurt am Main beschlagnahmt. Begründung: Demonstranten, die die Karikatur auf einem Plakat mitführten, hätten sich der „Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes“ schuldig gemacht. Die Brookes-Zeichnung ist in einer Sammlung der besten Karikaturen des Jahres 1982 erschienen (European Illustration, Otto Maier Verlag, Ravensburg). Die ZEIT hatte sie in der Ausgabe vom 17. Juni groß als Titel-Zeichnung für ein Mittelamerika-Dossier gedruckt. Zwei weitere, in Frankfurt ebenfalls beschlagnahmte Karikaturen des amerikanischen Zeichners Auth über die Mittelamerika-Politik der USA waren zuvor – unbeanstandet – in der Washington Post erschienen.