Zwei Leute, einer sitzt auf dem Thron Spaniens, der andere im südafrikanischen Gefängnis, sind um des gleichen Verdienstes willen in dieser Woche ausgezeichnet worden: für Freiheit und Demokratie. König; Juan I. von Spanien und Nelson Mandela, Präsident des verbotenen African National Congress (ANC) erhielten den Simon-Bolivar-Preis, der soeben zu dessen 200. Geburtstag gestiftet worden ist

König Juan I. hat die junge spanische Demokratie und damit die Freiheit seiner Bürger sehr glaubwürdig und mutig verteidigt. Nelson Mandela war solcher Erfolg nicht vergönnt; aber eine Genugtuung gibt es für ihn: Obgleich seit 20 Jahren nur seine Familie ihn gelegentlich sehen darf, ist er immer der unumstrittene Führer der schwarzen Freiheitsbewegung geblieben. Immer war er an der Spitze, schon als Student. Später gründete er zusammen mit Oliver Tambo – dem Vizepräsidenten des ANC im Exil – das erste schwarze Anwaltsbüro in Johannesburg. Vor dem Gericht, das ihn zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilte, hat er sich selbst verteidigt und in großartiger, messerscharfer und dennoch gelassener Rede die Apartheid angeprangert.

Die Spanier können stolz sein auf diese seltsame und doch so treffende Wahl der Preisträger, auf ihren König und auch auf den Ministerpräsidenten Felipe Gonzales, der offenbar viel zu der Wahl beigetragen hat, Dff.