Schon oft haben die Fußballzwerge Maltas hochdotierte Riesen zum Schwitzen gebracht. Jetzt treiben die Amateure von der Mittelmeerinsel den Madrider Stars der Supermächte, der Nato und des Warschauer Paktes, der Neutralen und der Nichtgebundenen den Schweiß auf die Stirn. Da freuen sich die abgebrühten Profis vom KSZE-Club in ihren Nadelstreifen-Trikots nach einer langen Saison mit vielen offenen und versteckten Fouls auf die verdiente Sommerpause, selbst Amerikaner und Sowjets sind es leid, einander weiter an die Schienbeine zu treten – und plötzlich fechten die Namenlosen aus Valletta die Abschlußergebnisse an.

Malta will das offizielle Schlußdokument des KSZE-Treffens nicht unterzeichnen, weil die Insulaner vergeblich die Einberufung einer Sonderkonferenz über Sicherheit im östlichen Mittelmeer (unter Teilnahme Israels und der arabischen Länder) verlangen. Weil Malta trotz aller Buhrufe, selbst ausdem Moskauer Block, weiter mauert, möchten die übrigen 34 Teams jetzt sogar ohne Schlußpfiff in die Kabinen. Sie wollen an Stelle des Schlußdokuments ein Memorandum unterzeichnen, das mit dem Schlußdokument identisch sein soll – und damit die wackere maltekische Abwehr austricksen. Ist es da nicht fairer, die nächste KSZE-Runde gleich nach Valletta zu verlegen? Die Malteser hätten den Heimvorteil und die Gäste den Urlaub gleich vor der Tür. C.S.-H.