Von allen europäischen Ländern ist die Bundesrepublik am stärksten vom sauren Regen betroffen: Rund 560 000 Hektar Wald – und damit ungefähr jeder stärksten Baum – sind inzwischen geschädigt. Neben dem Schwefeldioxid, das aus den Schornsteinen der Kraftwerke geblasen wird, geben etliche Wissenschaftler auch den Stickoxiden der Autoabgase die Schuld am Waldsterben. Der genaue Zusammenhang zwischen Baumtod und Autoabgasen ist jedoch noch nicht nachgewiesen. Ein Unschuldsbeweis des Autos steht allerdings auch aus.

Autos verpesten die Luft nicht nur mit Stickoxiden. Auch Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe, Ruß und – solange das Benzin noch 0,15 Gramm Blei pro Liter enthält – das Blei im Abgas schaden Mensch und Umwelt. Die anderen chemischen Verbindungen, welche die Autos abgeben – so glauben die Wissenschaftler –, sind in den heute meßbaren Konzentrationen harmlos. Zumindest gibt es keine Beweise für das Gegenteil.

Das Kohlenmonoxid – es entsteht nicht nur in den Automotoren, sondern auch in der Hausheizung und bei der Schwerindustrie – verursacht den Smog. In verkehrsreichen Städten kann Kohlenmonoxid tagsüber eine Konzentration von sechzig Milligramm pro Kubikmeter erreichen und ist damit für die menschliche Gesundheit nicht mehr „unbedenklich“. Eingeatmetes Kohlenmonoxid blockiert die Sauerstoffaufnahme im Blut und kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Atemlähmung – im Extremfall sogar zum Tod – führen. Herz- und Kreislaufkranke sind besonders gefährdet. Für Pflanzen ist Kohlenmonoxid unschädlich. Neben dem Kohlenmonoxid entstehen in der Bundesrepublik jährlich 650 000 Tonnen an Kohlenwasserstoff-Verbindungen durch den Autoverkehr. Die krebsfördernden Benzole sind dabei gif-

tig. Bei langfristiger Belastung selbst mit nur Beinen Benzolmengen kann es zu Veränderungen des Blutbildes bis hin zur Leukämie kommen.

Auch das Blei, das die Qualität des Benzins verbessert, beeinträchtigt die menschliche Gesundheit. Es lagert sich am Boden ab und gelangt über die Nahrungsmittelkette ins Blut. Blutbild und Nervensystem können Schaden nehmen, wenn sich größere Mengen des Schwermetalls im Körper ablagern.

Bei der heutigen Konzentration des Bleis in der Luft sind allerdings nur Busfahrer oder Polizisten, welche die Abgase dauernd einatmen, direkt gefährdet. Aber selbst bei ihnen ergaben Tests nur ganz selten eine überdurchschnittliche Konzentrat tion des Bleigehalts im Blut. Trotzdem fürchten manche Ärzte, daß das Blei in der Stadtluft auch Kinder und menschliche Embryos schädigt, Unumstrittene Forschungsergebnisse gibt es noch nicht.

Schon seit einiger Zeit wird der Bleigehalt im Benzin dank neuer Bestimmungen der Europäischen Gemeinschaft regelmäßig verringert – die Bundesrepublik hat dabei die strengsten Vorschriften. Auen andere Giftstoffe im Abgas dürfen ein bestimmtes Maß nicht überschreiten; das Berliner Umweltbundesamt kritisiert freilich, daß die Einhaltung dieser Werte nur bei Neuwagen geprüft wird. Allein Kohlenmonoxid wird auch bei der alle zwei Jahre fälligen technischen Überwachung gemessen.