Über das gefährliche Handwerk der Satire diskutieren der 27jährige Heine Und Jurastudent Eduard Wedekind bei ihrer Begegnung im Sommersemester 1824 in Göttingen.

Dann kamen wir, ich weiß nicht mehr wie, auf Reflexionen in Gedichten zu sprechen. „Die sind mir unausstehlich“, (meinte Heine,) „besonders solche Schneiderreflexionen; ich habe noch heute einen kleinen Witz gemacht, worin ich sie parodiere.“ – Ich bat ihn, mir das Gedicht vorzutragen, wenn er es auswendig könne. – „Ich habe es wohl bei mir“, sagte Heine. Er langte in die Seitentasche und zog einen sauber zusammengefalteten halben Bogen Postpapier heraus. Es war viel in dem Gedicht gestrichen und geändert, es lautete ungefähr so:

Wohl dem, dem noch die Unschuld lacht,

Weh’ dem, der sie verlieret!

Es haben mich armen Jüngling

Die bösen Gesellen verführet.

Sie haben mich um mein Geld gebracht