In der Schule wird zuwenig Demokratie geübt

Heute stecken die Schüler noch in einer sehr einseitigen Rolle. Sie sind festgelegt, fleißig zu lernen, ordentlich die gestellten Aufgaben zu erledigen und auf diese Weise einen großen Berg an Wissen anzuhäufen. Wissen, das erst im späteren Leben angewendet werden soll.

In der Gewißheit, daß sie diese persönliche Zukunft haben werden, konnten die Schüler bislang eine solche einseitig auf Fleiß, Ordnung und kopflastiges Lernen feierte Schule ertragen.

Die Gewißheit auf Zukunft gibt es heute nicht mehr.

Jugend ohne Arbeit – Natur kaputt – Atomtod droht! Das sind drei Stichworte für die große Bedrohung, für die bedrohliche Wirklichkeit, von der wir in unserem Denken und Fühlen und in unserem Handeln nicht mehr frei werden können. Dieselben sozialen Kräfte, die von uns Schülern nach wie vor Fleiß, Ordnung und leblose Wissensanhäufung – vorgeblich für unsere persönliche Zukunft – verlangen, haben uns inzwischen jede Aussicht auf Zukunft genommen. Das bringt uns in eine widersprüchliche und absurde Situation.

Wir spüren in uns die Notwendigkeit, schon heute aktiv zu werden. Jeder von uns Schülern braucht das innere Gleichgewicht zwischen „Lernen“ und „Gelerntes anwenden“, zwischen „Aufnehmen“ und „Weitergeben“, zwischen dem „Erkennen von Mißständen“ und dem „helfenden Eingreifen“.

Schon in der Schule soll begreiflich sein, daß Lernen nicht passiv und in Konkurrenz zu den Mitschülern bleiben muß, sondern daß unser Lernen einen Sinn bekommt, wenn die gewonnenen Fähigkeiten eingesetzt werden, um aktiv etwas für andere Menschen zu tun.