Das Gerücht taucht immer wieder auf. Im Dezember schon im Branchenblatt Bonner Energie-Report, am vergangenen Montag im Spiegel Die Deutsche BP sucht einen Käufer für ihre 25-Prozent-Beteiligung an der Ruhrgas AG. So hartnäckig am Leben hält sich das Gemunkel, weil es so schön ins Bild paßt. Der bislang größte deutsche Mineralöl-Konzern steckt in einer schweren Krise. In den beiden vergangenen Jahren machte er rund 1,4 Milliarden Mark Verluste, und er wurde damit vom drastischen Schrumpfen des Ölgeschäfts noch weit härter getroffen als der Rest der kriselnden Branche. Was läge also für den Chef der Deutschen BP, Hellmuth Buddenberg, näher, als nach einem Käufer für das Ruhrgas-Paket zu suchen. Laut Energie-Report sollte es 600 Millionen Mark bringen, im Spiegel war esdann schon fünfzig Millionen Mark teurer.

Nur Buddenberg weiß von alledem nichts. Weder hat ihn der Spiegel dazu befragt, noch der Energie-Report. Der BP-Chef dementiert denn auch heftig jede Verkaufsabsicht: „An den Meldungen ist kein Wort wahr. Die Deutsche BP sucht keinen Käufer, ich habe nicht eine Silbe über Verkaufsabsichten fallenlassen und keinerlei Verkaufsverhandlungen geführt.“ Das gelte auch für die britische Muttergesellschaft, versichert Buddenberg.

Weil der Spiegel den BP-Chef ohnehin auf Verkaufstournee wähnte, ließ er ihn auch gleich noch „dringend“ einen Käufer für die Raffinerie in Speyer suchen. Doch diesmal hinkte das Nachrichtenmagazin den Tatsachen weit hinterher: Der BP-Anteil an der Raffinerie ist schon im vergangenen Jahr an die ElfMineraloel GmbH abgegeben worden.

Von der Öffentlichkeit unbemerkt hat der Luft- und Raumfahrt-Konzern Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) einen wichtigen Punkt seiner Unternehmensplanung abgehakt: In den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurde die Belegschaft um rund zweitausend Mitarbeiter verringert.

Wie in Bremen und Hamburg befürchtet, sind die Werke an Elbe und Weser von dem Personalabbau stärker betroffen als die Werke in Süddeutschland. Grund: Die im Norden konzentrierte Airbus-Fertigung stagniert.

Die Plane für den Personalabbau hatten im letzten Jahr zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen der Geschäftsführung und den Betriebsräten sowie zwischen einzelnen Gesellschaftern und der Geschäftsleitung geführt. Die Auseinandersetzungen trugen letztlich zum Sturz von Gero Madelung als Vorsitzendem der Geschäftsführung bei.

Ende Mai dieses Jahres waren bei MBB noch 36 594 Mitarbeiter beschäftigt. Von Ende 1981 bis Ende 1982 verringerte sich die Zahl der Beschäftigten bereits von 39 903 auf 38 494.