Die Bonner Antarktis-Konferenz ist so zu Ende gegangen, wie sie zwei Wochen zuvor begonnen hatte: heimlich, still und leise. Mit gutem Grund. Denn die vierzehn Industriestaaten, die den „Antarktis-Klub“ bilden, konnten sich nicht darüber einigen, auf welche Weise der kalte Kontinent am besten für sie nutzbar gemacht werden kann.

Das muß nicht unbedingt ein Mißgeschick sein. Allem Interesse an der unendlichen Eiswüste liegt der Glaube zugrunde, daß dort kolossale Lagerstätten mit Öl, Gas, Kupfer, Kohle, Eisen verborgen sind. Eine Schatzkammer im ewigen Eis, hervorragend dazu geeignet, dem Weltmangel an Mineralien und Metallen abzuhelfen. Aus diesem Grund war der exklusive Klub eifrig bestrebt, in Bonn festzulegen, wer wann wo wie zur Ausbeutung schreiten darf.

Daraus ist nun nichts geworden. Die bloße Aussicht auf riesige Ressourcen förderte nationalen Egoismus. Schon jetzt streiten die Vierzehn untereinander um jene Gebiete, auf denen sie künftig bohren und graben lassen wollen.

Bis es soweit ist, muß sich der „Antarktis-Klub“ noch oft und diskret versammeln. Freilich wäre es einfacher, wenn er derweil klären könnte, ob denn die Mär vom reichen Antarktika überhaupt Wirklichkeit ist. In Bonn haben sich die Vierzehn vorsorglich gegenseitig lahmgelegt. Sie wußten noch nicht, worum es geht: um pures Eis oder um pures Gold. G. S.