Die Spannungen zwischen den elf Millionen buddhistischen Singhalesen und den drei Millionen hinduistischen Tamilen erschüttern die Inselrepublik Sri Lanka.

Teile der tamilischen Minderheit verlangen die politische Teilung des früheren Ceylon, allen wirtschaftlichen und sozialen Problemen eines solchen Projekts zum Trotz. Die Tamilen stellen die stärkste Oppositionspartei im Parlament des demokratisch verfaßten Landes. Aus dem Untergrund betreiben militante Tamilen seit Jahren einen erfolglosen blutigen Kleinkrieg gegen die Regierung.

Die neuen Unruhen begannen mit dem Tod von 13 Soldaten, die in der Stadt Jaffna, einer Hochburg der Tamilen, in einen terroristischen Hinterhalt gerieten. Die Nachricht von dem blutigen Anschlag führte zu dreitägigen Ausschreitungen in der Hauptstadt Colombo. Mehr als 60 Menschen kamen ums Leben, viele wurden obdachlos. Die Regierung verhängte eine Ausgangssperre und ließ schwerbewaffnete Truppen in die Hauptstadt einrücken.

Zu den verwüsteten Gebäuden gehört auch die diplomatische Vertretung Indiens, in dessen Süden viel mehr Tamilen leben als in Sri Lanka selbst. HJG