Am 4. Juni veröffentlichte die "Welt" einen Artikel über das Deutsche Polen-Institut in Darmstadt. Marion Gräfin Dönhoff, Präsidentin des Instituts, schrieb dazu einen Leserbrief, den die "Welt" nicht druckte.

Hamburg

Der Artikel eines Herrn Görlich in Ihrer Ausgabe vom 4. Juni 1983, "Herrn Lipschers Rollen", verlangt eine Richtigstellung, da er von Desinformationen und Irrtümern strotzt:

1. Das Deutsche Polen-Institut in Darmstadt ist keine "Propagandazentrale der polnischen Regierung", sondern eine rein deutsche Einrichtung, die sich bemüht, deutsche Studien in Polen zu fördern und polnische Kultur in der Bundesrepublik.

In den drei Jahren seines Bestehens hat der hochangesehene Leiter des Instituts, Karl Dedecius, mit der Herausgabe der "Polnischen Bibliothek" – einer Auswahl polnischer Autoren vom Mittelalter bis heute – begonnen. Es wurden 1982 fünf Bände übersetzt und gedruckt. Im Herbst dieses Jahres erscheinen vier weitere Bände.

2. Tadeusz Nowakowski hat nicht bemängelt, daß auch der Roman "Rebell und Bauer" von Leon Kruczkowski übersetzt wurde – nachzulesen in der FAZ vom 16. 11. 1982.

3. Der Generalsekretär des polnischen PEN-Clubs, Wladyslaw Bartoszewski, hat mich auf jenen Artikel, den ich zuvor nicht gelesen hatte, aufmerksam gemacht, weil er sich – genau wie ich, nachdem ich ihn gelesen hatte – über die schlicht erfundene Mitteilung ärgerte, wir hätten gegeneinander polemisiert – was nie der Fall gewesen ist.