Wieviel ist der menschliche Körper wert? Bislang lautete die beliebte Antwort darauf: knapp zehn Prozent. Irgendwer hatte das einmal nach den Rohstoffpreisen für Mineralien, Spurenelemente, Elektrolyte und Nichtmetalle ausgerechnet.

Jetzt hat Daniel A. Sadoff von der University of Washington in Seattle, USA, eine neue, sehr viel versöhnlichere Rechnung aufgemacht. Sein Ergebnis: Der Marktwert des menschlichen Körpers ist astronomisch hoch.

Sadoff legte jene Preise zugrunde, wie sie ein führender Konzern für Laborchemikalien den medizinischen und biochemischen Forschungsstätten der westlichen Welt in Rechnung stellt. Bei einem unterstellten Ausgangsgewicht von 70 Kilogramm Körpergewicht liest sich seine Bewertung so: Kosten für 510 Gramm des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin: 6 500 Mark. 34 Gramm des Immunoglobulins G, mit dem der Körper unerwünschten Mikroben zuleibe rückt: 78 000 Mark. 40 Gramm des Sauerstoff-Speichers Myoglobin, das in unseren Muskelzellen lagert: 260 000 Mark.

Der menschliche Organismus aber produziert nicht weniger als vier verschiedene Immunoglobuline und nicht wenige Hormone und Moleküle, die noch in keiner Lieferliste eines Chemiekonzerns auftauchen, mithin unbezahlbar sind...

Sadoff berücksichtigte auch den Cholesteringehalt des Körpers. 1 365 Deutsche Mark sind die vermuteten 140 Gramm wert. Und derlei Rechnung läßt sich natürlich ein wenig weitertreiben. Rund zehn Gramm Cholesterin, die bei der Zivilisationskrankheit Nummer eins, der Arteriosklerose, in der Wandung der Blutgefäße lagern, wären mindestens um den Preis eines Diners für zwei zu haben, für 97,50 Mark. Mindestens, denn besagter Chemiker hätte sicher auf den Marktwert der gleichfalls eingelagerten Kalksalze verwiesen. pe