Der Auspuff eines Autos ist heute nichts anderes als ein Leitungsrohr für die Abgase. Ungereinigt und stinkend, gerade so, wie der Motor die Reste des verbrannten Treibstoffs ausstößt, pustet sie der Auspuff ins Freie. Die ganze Anlage dient lediglich dem Zweck, den Lärm zu dämpfen.

Eingebaute Katalysatoren sollen in Zukunft die Abgase entgiften. Ein Katalysator besteht aus einem ein bis zwei Liter fassenden Metalltopf, innen gefüllt mit einem luftdurchlässigen Keramik- oder Metallgeflecht, das einer Bienenwabe nicht unähnlich ist. Dieses dreidimensionale Sieb ist mit einer Edelmetall-Legierung beschichtet. Die heißen Abgase strömen durch das Sieb; dabei regen die Edelmetalle des Katalysators eine chemische Reaktion an, Das Kohlenmonoxid oxidiert zu Kohlendioxid; Kohlenwasserstoff wird zum Teil in Wasserdampf und Kohlendioxid aufgespalten; die Stickstoffe werden reduziert.

All das funktioniert nur, wenn die Abgase eine Temperatur von mehr als 500 Grad Celsius haben, Deshalb muß der Katalysator möglichst nahe am Motor eingebaut werden, Temperaturen von annähernd 1000 Grad und mehr machen ihn jedoch wirkungslos – er darf also auch nicht zu nahe am Motor montiert sein.

Dieses Problem wird bisher durch den Einbau mehrerer Katalysatoren gelöst: Kleinere Abgasreiniger sind kurz hinter dem Motor installiert, ein größerer in-einem halben Meter Abstand. Gerhard K. Hartwig, Entwicklungschef bei Ford in Köln, schlägt vor, die zu heißen oder zu kalten Abgase über ein automatisch gesteuertes Ventil am Katalysator vorbeizuführen. Dies jedoch würde die Umwelt noch stärker als bisher belasten. Hartwigs Kollege Werner Breitschwerdt von Daimler-Benz warnt überdies davor, die Abgasreinigung durch zusätzliche Ventile noch weiter zu komplizieren und damit störanfälliger zu machen.

Das System ist schon jetzt kompliziert genug, Denn um Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoff und Stickoxide gleichzeitig verringern zu können, muß der Motor immer möglichst gleichartige Abgase in den Katalysator blasen. Das dafür geeignete Benzin-Luft-Gemisch läßt sich aber nicht fest einstellen, es muß vielmehr je nach Betriebsbedingungen, Außentemperatur, Motortemperatur und Luftfeuchtigkeit laufend verändert werden. Deshalb mißt eine sogenannte Lambda-Sonde ständig die Zusammensetzung der Abgase und meldet sie an ein elektronisches Steuergerät. Von dort aus wird dann die Luftzufuhr zum Motor geregelt.

Katalysator und Lambda-Sonde vertragen kein Blei. Das Schwermetall in den Auspuffgasen würde die feinen Kanäle des Abgasreinigers bald verkleben; die Sonde könnte nach Verunreinigung durch Blei keine genauen Daten mehr ermitteln. Bei katalytischer Reinigung der Abgase darf das Benzin-Luft-Gemisch auch nicht verändert werden, um Verbrauch oder Leistung des Motors zu beeinflussen. Eine verbrauchssenkende Abmagerung des Gemischs bei niedrigen Drehzahlen ist ebensowenig möglich, wie eine leistungssteigernde Anreicherung bei vollen Touren, Die Folge: So ausgerüstete Autos verbrauchen mehr Sprit, leisten aber weniger.

Selbst bei richtig eingestelltem Motor hält ein Katalysator nur rund 50 000 Kilometer. Schon vorher läßt seine Wirkung nach, wenn zu oft zu heiße Abgase durch den Auspuff geblasen werden. Auch Fehlzündungen und falsche Motor-Einstellung mindern schon bald die Reinigungswirkung.