DIE ZEIT

Eine schlimme Kumpanei

Nun ist amtlich belegt, was schon längere Zeit vermutet wurde: Der amerikanische Geheimdienst CIC hat Claus Barbie, den ehemaligen Gestapo-Chef von Lyon, in seinen Diensten gehabt.

Zweierlei Maß der Kirchen

In einem Rückblick auf die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) giftet Time Magazine: „Für den Ökumenischen Rat sind die Sowjets ohne Sünde.

Jetzt stirbt der Wald – und dann?

Wir haben die traurige Pflicht, eine Anfang des Jahres an dieser Stelle gemachte Prognose schon jetzt als nur zu wahr zu bestätigen.

Atom-Veto der Deutschen?

Franz Josef Strauß, wo er nun schon einmal beim Umdenken ist, hat den Gedanken zur Erwägung gestellt, den Einsatz amerikanischer Atomwaffen in der Bundesrepublik im Kriegsfalle einem deutschen Veto zu unterwerfen.

Reagans Kraftakte

Die Stammtisch-Strategen haben in diesem Sommer Hochkonjunktur. Allmählich prägt sich dem Publikum das Puzzlemuster der geplagten mittelamerikanischen Landbrücke ein: Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama; und eine gottverlassene Wüstenei im Herzen Afrikas beherrscht auf einmal die Titelseiten der Zeitungen: Tschad.

Worte der Woche

„Die Definition von Spannungsgebieten ist heute ganz anders zu sehen. Dennoch bin ich ein Anhänger einer politischen Oberzeugung – auch in dieser Frage daß man sich auf einem vernünftigen Mittelweg entlang bewegt.

Zeitspiegel

Kann ein Homosexueller auf anständige Weise politisch konservativ sein? Diese kuriose Frage beschäftigt zur Zeit die „American Conservative Union“, einen Zusammenschluß rechter Republikaner in den Vereinigten Staaten.

Das Dossier, das aus der Kälte kam

Die schier unglaubliche Irrfahrt begann in jener Stadt, die einst nach dem "Erfinder" des in die Irre führenden Zentralplansystems benannt war, nach Josef Stalin.

Wolfgang Ebert: Heißes Eisen

Den Grünen, die eben erst den Fall des busengrapschenden Bundestagsabgeordneten Hecker angeschlagen überstanden haben, steht ein neuer Fall von Sexismus ins Haus und damit eine neue Zerreißprobe.

Die FDP nach dem Machtwechsel: Keine Idee, kaum ein Programm

Mit selbstbewußten Worten geizte die Epistel nicht. Sie sah die Bundesrepublik am Scheideweg und prophezeite eine Auseinandersetzung, die in ihrer Grundsätzlichkeit der beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg vergleichbar sei.

Der neue Personalausweis: Alles über Frau Mustermann

Alptraum 1983: Die von der Union geplanten Änderungen des Demonstrationsstrafrechts sind Gesetz geworden. In Bonn versammeln sich 50 000 Menschen auf dem Marktplatz, um friedlich gegen – sagen wir: weitere Kürzungen des Bafög-Satzes zu demonstrieren.

Gerd Bucerius zu Fragen der Zeit: Dummheit und Angst, zusammentreffend

Was er von dem plötzlichen Widerstand gegen die im Bundestag von allen Parteien gebilligten und von der ganzen Presse als Fortschritt gepriesenen neuen Personalausweise halte? Antwort von Staatssekretär Spranger (Innenministerium): „Der Widerstand Kommt von den Leuten, die den Staat kaputtmachen wollen.

Bonner Koalition: Scharmützel im Sommerloch

Konservative Regierungen sind offenkundig so: Wenn sie Ferien machen, dann soll sie möglichst nichts in ihrer Ruhe stören. Manche altgediente Bonner Beobachter fühlen sich in diesen Wochen an jene sommerliche Idylle erinnert, zu denen Konrad Adenauer, in Cadenabbia Boccia spielend und mit dem unschuldigen Pepitahütchen auf dem Kopf, wesentlich beitrug.

Chile: Götterdämmerung

Der chilenische Innenminister Jarpa verkündete Erstaunliches: Die ursprünglich erst für 1990 vorgesehenen Wahlen sollen nun „viel früher“ zugelassen werden.

Nicaragua: Harte Fronten

Die ersten 250 amerikanischen Soldaten sind zu Manövern in Honduras eingetroffen. Die Fronten zwischen Nicaragua einerseits, den USA und den konservativen Staaten Mittelamerikas andererseits bleiben hart.

Sri Lanka: Bilanz des Desasters

Knapp einen Monat nach Ausbrach der blutigen Rassenunruhen in Sri Lanka ist die Regierung in Colombo damit beschäftigt, eine Schadensbilanz aufzustellen und eine glaubwürdige politische Linie zu finden: beides ohne großen Erfolg.

Uneins gegen den Rassismus

Ohne Einigung zwischen den westlichen Nationen und der Mehrheit aus Vertretern der Dritten Welt und des Ostblocks endete in Genf die Konferenz der Vereinten Nationen gegen Rassismus und Rassendiskriminierung.

Trommelfeuer am Tibesti

Nach dem Fall der Oase Faya-Largeau: Der 18 Jahre alte Bruderkrieg im Tschad weitet sich zu einem internationalen Konflikt aus

Frieden: Rund ums Klappbett

Wer ein Klappbett mit sauberer Wäsche überzieht, es in der Konstanzer Fußgängerzone aufstellt und sich – bekleidet mit Nachthemd und Zipfelmütze – hineinlegt, ohne „im Besitz der erforderlichen Sondernutzungserlaubnis des Rechts- und Ordnungsamtes der Stadt Konstanz“ zu sein, erhält einen Bußgeldbescheid in Höhe von 100 Mark.

Christliches Engagement: Splitter im Auge

Pünktlich zum Sommersemester ’83 erschien das neue Aktionsprogramm der Bonner Katholischen Hochschulgemeinde. Nichts Ungewöhnliches, wäre da nicht der lapidare Hinweis auf dem Deckblatt: „Betreten verboten! Diese Gemeinde ist geschlossen, gez.

Goldgräberstadt: Sie schweigt

Eine Goldgräberstadt entsteht aus dem Nichts. Sie schwillt rasch an, greift gierig um sich bis Sie die Hochblüte erreicht, welkt und verdörrt.

Freiwilliger Verzicht: Lehrer üben Solidarität

Nahezu 100 Bremer Lehrer sind bereit, ihren arbeitslosen Kollegen wirksam und schnell zu helfen. Freiwillig verzichten sie für die Dauer von drei Jahren auf ein oder zwei Stunden ihrer wöchentlichen Unterrichtszeit und den entsprechenden Teil ihres Einkommens.

Ätzende Texte zu alten Klängen

Mit heller, kräftiger Stimme schmetterte Karl Ludwig Reichert ins Mikrophon: „D’Leid kennt ma am Gwand“, zu deutsch: Die Leute erkennt man an ihrer Kleidung.

Fall Schwalba-Hoth: Nicht mehr zumutbar

Am Nachmittag des 3. August stürzte sich im Wiesbadener Landtag bei einem Empfang für die Kommandeure der in Hessen stationierten US-Streitkräfte der Landtagsabgeordnete der Grünen Frank Schwalba-Hoth auf den Kommandierenden General des V.

Die Härte des Kreml: Wie Moskau seine Herrschaft sichert

Die Fähigkeit des kommunistischen Systems sowjetischen Typs zur Sicherung seiner Herrschaft sowohl in der Sowjetunion selber als auch in den von ihr kontrollierten Staaten des Warschauer Vertrages wird zumeist mit der Stärke der Roten Armee und der Entschlossenheit der politischen Führung begründet, dieses Instrument auch zur Regelung innerer Konflikte einzusetzen.

Wege zum Leben in seiner Fülle

Ich spreche zu Ihnen als eine Frau, die aus einem der reichsten Länder der Erde kommt; einem Land mit einer blutigen, nach Gas stinkenden Geschichte, die einige von uns Deutschen noch nicht vergessen konnten; ein Land, das heute die größte Dichte von Atomwaffen in der Welt bereithält.

Bonner Kulisse

Die harsche Kritik des SPD-Bundes tagsabgeordneten Klaus Daubertshäuser auf die Antwort von Verkehrsminister Werner Dollinger zu einer SPD-Anfrage nach der neuen Verkehrspolitik hatte einen kleinen Briefwechsel zur Folge.

Steuern: Überzeugend

So einig sieht man Arbeitgeber und Gewerkschaften nur selten: Der aus Not geborene Beschluß des Hamburger Senats, vom Beginn des kommenden Jahres an alle Getränke – ob Kaffee, Cola oder Schnaps – die in den Gaststätten der Hansestadt ausgeschenkt werden, mit einer Zusatzsteuer von zehn Prozent zu belasten, trieb sie gemeinsam auf die Barrikaden.

Indien: Ein Sieg des Hungers

Der längste Streik in der Geschichte Indiens ist vorbei. Nach neunzehnmonatiger Dauer haben die 250 000 Textilarbeiter von Bombay unter dem allzu lauten und zu voreiligen Jubel der Unternehmer gedemütigt ihren Ausstand beendet.

Subventionen: Unterschied

MaggieThatcher, britische Regierungschefin,und Birgit Breuel, Niedersachsens Wirtschaftsministerin,haben ein gemeinsames faible: Beide finden, daß der Staat sich aus der Wirtschaft tunlichst heraushalten sollte.

Retter im Rathaus

Sicherung von Arbeitsplätzen wird zur Hauptbeshchäftigung des Bremer Bürgermeisters

Lehrstellen: Unklug

Wie sagte Helmut Minta, seines Zeichens Vizepräsident der Bundesanstalt für Arbeit, dieser Tage? „Das Monopol läßt genügend Spielraum für private Initiativen, allerdings nicht für Geschäftemacher.

Die zehn Größten

Auch „Riesen werden schwach“ stand über der diesjährigen ZEIT-Rangliste der hundert umsatzstärksten Industrieunternehmen der Bundesrepublik und der Übersicht über ihren Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Leistung, also ihre Wertschöpfung (siehe ZEIT Nr.

Arbeiten für den eigenen Profit

Aktien des eigenen Unternehmens zu besitzen, war in den USA lange Zeit das Privileg der Spitzenmanager. Doch in jüngster Zeit machen es immer wieder neue, manchmal revolutionäre Beteiligungsmodelle auch den anderen Mitarbeitern des Unternehmens möglich, sich am Kapitalmarkt zu beteiligen – sei es bei Stahlwerken oder Maschinenfabriken, Luftfahrtgesellschaften oder Banken.

Börsen-Report: Sonderbewegungen

Darin sind sich die meisten Börsianer einig: Am Aktienmarkt sind Anregungen von der Zins- und Währungsseite in absehbarer Zeit nur noch vorübergehend zu erwarten.

Nigeria: Exodus der Goldgräber

Vier Tage hat es gedauert, bis endlich alle Stimmen ausgezählt waren und damit feststand, daß Shehu Shagari, der erste Staatspräsident nach dem Rückzug des Militärs von der Macht 1979, Nigeria für vier weitere Jahre regieren wird.

MANAGER UND MÄRKTE

Kein Zweifel, fünf Jahre nachdem Videorecorder in der Bundesrepublik zu einem umsatzstarken Konsumprodukt avancierten, steht nun die erste wirkliche Video-Neuentwicklung ins Haus: das 8-mm-Video.

Gut und vernünftig

ZEIT: Vor kurzem war von der EG-Kommission zu hören, die Europäer hätten im Vergleich zu den USA zu wenig für den Einsatz von Sonnenenergie zur Stromversorgung in Haushalten getan.

Porsche: Von Krise keine Spur

Vor drei Jahren sah es düster aus bei Deutschlands kleinster Autofirma: Porsche hatte Probleme. Die Verkaufszahlen gingen zurück, die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch waren mit ihrem Vorstand nicht zufrieden – und all das wurde auch noch imageschädigend in der Öffentlichkeit diskutiert.

Gleiche Chancen?

In Nordrhein-Westfalen konnte man bis vor kurzem den Eindruck haben, daß das Kultusministerium der gezielten Förderung versprach scher Schüler an den Gymnasien wohlwollend gegenüberstand.

+ Weitere Artikel anzeigen