DIE ZEIT

Ein Hauch von rauher Wirklichkeit

Ende dieser Woche, am 1. Oktober, ist der Bundeskanzler ein Jahr im Amt. Noch im März dieses Jahres ist Helmut Kohl bei der Bundestagswahl ein starker öffentlicher Rückhalt zuteil geworden.

Todes-Knick

Die Todesziffern auf bundesdeutschen Straßen steigen wieder. Bisher sanken sie ständig. Zyniker der Gewohnheit, die wir sind: bei jährlich 11 572 von Fahrzeugblech zerrissenen Toten waren wir schon zufrieden, denn im Jahr 1970 lag der Blutrekord bei 19 193 getöteten Menschen.

Millimeter-Fortschritt

Die Fachleute und Realisten haben recht behalten: Im Gegenzug zu der von Bonn vermittelten Kreditmilliarde bewegt sich die DDR nur millimeterweise.

Zwanzig Pfennig mehr

Drei Mark plus 15 Prozent – das wären DM 3,45. Nun haben wir Glück: Die Auflage der ZEIT ist gestiegen; wir haben von der letzten Nummer über 405 000 Stück verkauft.

Bewegung in Genf?

Der amerikanische Präsident hat, gedrängt auch von der Bundesregierung, den vor sich hinkrebsenden Genfer Verhandlungen über Mittelstreckenwaffen einen neuen Anstoß gegeben.

Worte der Woche

„Wir haben alle mehr erhofft, aber auf diesem schwierigen Feld ist jeder Schritt wichtig. Und in einer schwierigen Situation kann auch ein kleiner Schritt ein wichtiges Zeichen sein.

Zeitspiegel

Rolando Galman, der Mann, der nach offizieller Darstellung den philippinischen Oppositionspolitiker Benigno Aquino auf dem Flughafen von Manila erschoß und dann selbst von Sicherheitskräften erschossen wurde, war kein Einzelgänger.

CDU-Generalsekretär: Mit heißem Herz und kühlem Kopf

Miteinander reden heißt für Heiner Geißler vor allem: miteinander streiten. Deshalb mag die Bonner Diskussion mit Franz Alt Mitte dieser Woche nicht nur politische Notwendigkeit, sondern auch intellektueller Hochgenuß gewesen sein.

Nur Zusammenarbeit schafft Freiden

Eine eigentümliche Ambivalenz kennzeichnet die deutsche Frage. Einerseits weiß niemand eine Antwort auf sie. Andererseits lebte sie mit immer neuer Vitalität.

Bundespräsident von Weizsäcker?

Sein Bild strahlt hell unter den Länderchefs der Union. Das mag auch daran liegen, daß der Regierende Bürgermeister von Berlin national und international stets sichtbarer ist als andere Landesfürsten.

Mexiko ein Jahr nach der Finanzkrise: Das Wunder des Musterschülers

Vor gut einem Jahr erschütterte Mexiko die internationale Finanzwelt: Der mit rund 80 Milliarden Dollar im Ausland verschuldete Staat konnte Zinsen und Tilgung nicht mehr bezahlen; als erstes großes Land Lateinamerikas – Brasilien, Argentinien und Venezuela folgten wenig später – drohte es durch die Erklärung der Zahlungsunfähigkeit Banken in aller Welt in einen Strudel zu reißen.

Golfkrieg: Dritter Jahrestag

Der Krieg am Golf dauert jetzt drei Jahre. Das Regime in Teheran feiert den Jahrestag mit einer „Kriegswoche“ und beschäftigt sich mit der drohenden Lieferung französischer Kampfflugzeuge an den irakischen Feind.

Libanon: Waffenstillstand

Der Krieg in den Schuf-Bergen südlich von Beirut hatte erstmals eine Weltmacht in die seit 1975 immer wieder aufflackernden mörderischen Auseinandersetzungen der libanesischen Parteien und Religionsgruppen unmittelbar verwickelt: Die amerikanischen Marineinfanteristen, die vor einem Jahr als Teil einer multinationalen Friedenstruppe nach Beirut gekommen waren – sie sollten erneute Mordtaten nach dem Muster des Massakers in den Palästinenserlagern Sabra und Schatila verhindern helfen – wurden von den Truppen der Drusen unter Feuer genommen.

Wachablösung

General Ferdinand von Senger und Etterlin, der Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte Europa-Mitte, beendet in diesen Tagen seine erfolgreiche Offizierskarriere und tritt in den Ruhestand.

Frieden geht nicht vor Demokratie

Es geht im Herbst 1983 – das müssen wir uns und anderen mit Entschiedenheit klarmachen – nicht nur um die Frage, ob wir ja oder nein sagen zur Politik des Doppelbeschlusses der Nato.

Irre Blockade

Es war ein löbliches Unterfangen: Friedensbewegung und Vertreter der Obrigkeit wollten Sich in der Evangelischen Akademie Loccum über „Konfliktaustrag und innerer Friede“ unterhalten.

Entwicklung und Stand der INF-Verhandlungen: Euro-Raketen

Im Dezember 1979 faßten die Mitgliedsregierungen des Nordatlantik-Pakts jenen Beschluß, der seither unter dem Stichwort „Nachrüstung“ und „Doppelbeschluß“ bekannt ist: Die Aufstellung von bis zu 572 amerikanischen Mittelstreckenraketen in Europa ab Ende 1983, wenn bis dahin nicht durch Verhandlungen mit der Sowjetunion eine Lösung durch Rüstungskontrolle gefunden werde.

Angst ist ein schlechter Ratgeber

Hochkonjunktur herrscht für Stammtischstralegen jeglicher Couleur. INF und Start, SS 20 und Pershing II, Waffenmix und Erstschlagsfähigkeit wurden zu Wörtern der Alltagssprache.

Partner, nicht nur Gegner

In Genf entscheidet sich, ob es in einem der für Europa wichtigen Rüstungsbereiche gelingt, die Wechselwirkung von Vor- und Nachrüstung zu unterbrechen.

Spendenaufruf: Im Kopf nach Kythera

Eigentlich hatten es die Redakteure der SFB-Hörfunksendung "Echo am Morgen" nur gut gemeint. Doch ihr Engagement für die vermeintlich gute Sache wurde schlecht belohnt.

Unterschriftensammlung: Frieden vor der Haustür

Zeitschriftenwerber, Teppichhändler und Zahnbürstenvertreter, kurz die Klinkenputzer, haben Gesellschaft bekommen: In Neumünster, einer Stadt von 80 000 Einwohnern in Schleswig-Holstein, gehen Idealisten von Tür zu Tür.

Polizeiübergriff: Total fertiggemacht

Rechtsanwalt Herbert Lederer fühlt sich an "Zustände wie in Chile oder Argentinien" erinnert. Sein Mandant Hans Wohland kann alles noch gar nicht fassen: "So was hätte ich nie für möglich gehalten.

Konzertverbot: Was da passiert wäre

München ist nicht die Hauptstadt von Jamaika. Und deswegen darf in München ein Rockstar aus der Karibik nicht auftreten. Das Kreisverwaltungsreferat der bayerischen Landeshauptstadt hat es verboten.

Bridge mit Madame Kollontaj

Suchte Stalin 1943 einen Sonderfrieden mit Hitler? Fragen zu den Stockholmer Gesprächen

Krise mit Komfort

Trotz Milliarden-Verlusten leistet sich die Bundesbahn einen sozialen Luxus wie kaum ein anderes Unternehmen

Bonner Kulisse

Wenn einer mal anfängt, dann ist das für andere ein Signal. Als die Westdeutsche Landesbank (WestLB) aus Düsseldorf am wichtigsten deutschen Bankenplatz Frankfurt eine Dependance eröffnete, zog die Bayerische Landesbank, nach der WestLB die Nummer zwei unter den Landesbanken, kurz darauf nach.

Kreditgewerbe: Gerecht sein

Wer Geschäfte machen will, soll sie sich leisten können. Wer gar Bankgeschäfte betreibt, soll dabei an besonders strenge Regeln für das Eigenkapital gebunden sein – für ein Eigenkapital, über das er auch wirklich verfügt.

Stimme seines Herrn

Die Europäische Gemeinschaft hat ihren Buhmann gefunden; Man nimmt es dem griechischen Außenminister durchaus nicht übel, daß er die Interessen seines Landes mit Nachdruck vertritt.

Lehrstellen: Vorgebaut

Der kluge Mann baut vor. Noch im Frühjahr war Bundeskanzler Helmut Kohl mit dem leichtfertigen Versprechen auf Stimmenfang gegangen, „alle Jugendlicnen, die ausbildungswillig und ausbildungsfähig“ sind, würden eine Lehrstelle bekommen.

Flexible Arbeitszeit: Haimo Blüm?

Flink und behende hat sich Norbert Blüm, der Bundesarbeitsminister, auf den Zug geschwungen, den die Arbeitgeber eigentlich für sich gechartert und mit dem Spruchband „Für flexible Arbeitszeit“ versehen hatten.

Bergbaukrise: Ein unheilbarer Kranker

Für Adolf Schmidt ist es eine „sehr schmerzvolle Einsicht“, daß der Steinkohlenbergbau wieder einmal vor der Notwendigkeit steht, seine Kapazität den geschrumpften Absatzmöglichkeiten anzupassen.

DAG-Kongreß: Rebellion der Basis

Beim Bundeskongreß der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) lief diesmal vieles anders als geplant. Dabei hatte sich der Gewerkschaftsvorstana – wie es die Spitzen von Großorganisationen zu tun pflegen – eigentlich alle Mühe gegeben, um Überraschungen auszuschließen.

Weltwährungskonferenz in Washington: Amerikanische Blockade

Konstruktiv wurde in Washington nicht geredet. Wer von der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank, erwartet hatte, daß sie zur Entschärfung der internationalen Schuldenkrise beitragen würde, mußte enttäuscht von dannen ziehen.

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