Die Wirtschaft hat in diesem Jahr große Anstrengungen unternommen, um die Zahl der Ausbildungsplätze noch einmal zu steigern und damit der sprunghaft gestiegenen Zahl von Bewerbern anzupassen. Aber nicht alle Betriebe haben sich an diesem Kraftakt beteiligt. In einem Brief an die ZEIT nennt ein mittelständischer Unternehmer aus dem Sauerland die Gründe, warum er nicht länger bereit ist, Lehrstellen zur Verfügung zu stellen.

Zum aktuellen Thema „Ausbildung der Schulabgänger“ möchte ich Ihnen mitteilen, warum wir es endgültig leid sind, auszubilden:

1. Die Tarifparteien haben die Vergütungen zu hoch getrieben trotz Einführung des Blockunterrichtes bzw. 2 Berufsschultage/Woche, Freistellung vor Prüfungen etc.

2. Die Auszubildenden sind in der Regel zu alt und haben keinen Lernernst, d. n. sie sind verschult.

3. Es wird nur noch mit „Aufstiegschancen“ gelockt, d. h. die Ausbildung ist nur ein zugemutetes Übergangsstadium.

4. Eine Ausbildungszeit wird als „Parkzeit“ erachtet, bis dann später endlich der Ab- und Übergang zum von Anfang an angestrebten Traumberuf erfolgen kann.

5. Der Schulabgänger ist vollgestopft mit Arbeits-Unwerten: Du wirst ausgebeutet, Du bist Bierholer und Werkstattfeger, Sageher „NEIN“ als „JA“, Laß Dir nichts gefallen, Wähl Arbeit ab, die Dir nicht paßt!