Im Spätsommer, so meinte der Chef von Airbus Industrie, der europäischen Flugzeugbaufirma, auf der Pariser Luftfahrtschau im Juni, werde man über die Entwicklung des – mit 150 Sitzen „kleinen“ – Airbusses A 320 entscheiden, mit dem 1987 die Airbus-Familie ergänzt werden soll. Nun mußte er die Entscheidung erst einmal auf Silvester vertagen, denn trotz aller guten Reden der Airbus-Manager will noch immer keine Fluglinie einen Kaufvertrag unterschreiben.

Doch damit nicht genug. Von Ex-Astronaut Frank Borman mußte der Airbus-Chef hören, daß Eastern Airlines, der einzige Airbus-Kunde in den USA, bestellte Flugzeuge erst später geliefert haben möchte, weil Borman am Rande des Konkurses laviert.

Und dann der Ärger mit den Japanern. Entschieden sich die Manager von Japan Airlines doch für das Konkurrenzmodell Boeing 767-200, statt den Airbus A 310 zu kaufen. Da kann einem wirklich die Galle überlaufen. Pikiert tönt es denn auch aus Toulouse: „Airbus Industrie nimmt zur Kenntnis, daß die japanische Flugzeugindustrie an der Produktion der B 767 zu 15 Prozent beteiligt ist.“ Diplomatisch ist das sicher nicht, denn wer hat die Europäer gehindert, die Japaner am Airbus zu beteiligen? Aber beim Verkauf von Flugzeugen gibt es kein fair play; deshalb kann es wohl auch keine guten Verlierer geben. hm