Die Hersteller von Nobel-Artikeln schließen sich zusammen

Die Branche mit den feinen Namen und den teuren Artikeln rückt weiter zusammen. Die neueste Allianz der Luxusindustrie beehrten sich jetzt ST Dupont, der Welt größter Hersteller goldener Feuerzeuge, und der Juwelier Boucheron, exklusiver Goldschmied von der Place Vendôme, anzuzeigen. Gemeinsam wollen Dupont und Boucheron eine Kollektion von Gold- und Silberschmuck auf den Markt bringen, mit der Dupont sich eine bislang vernachlässigte Klientel erschließen will – die prestigebewußte kaufkräftige Dame von Welt.

"Wir müssen", begründete Dupont-Chef André Doucet die Liaison mit dem Nobel-Juwelier, "unser Image korrigieren. Es ist zu männlich." Boucheron wird das Design liefern, Dupont sorgt dafür, daß die neuen Kreationen den richtigen Käufern angeboten werden. Mit dem Einstieg in das Schmuckgeschäft setzt Dupont die vorsichtig begonnene Diversifizierung seiner Luxusartikel weiter fort. Außer hochkarätigen und, wenn gewünscht, auch mit Steinen verzierten Flammenwerfern, mit denen das Haus die Hälfte des Weltmarktes an Luxusfeuerzeugen versorgt und die Hälfte seines Jahresumsatzes erzielt, verkauft Dupont auch Federhalter, Drehbleistifte, Uhren und Lederartikel an Kunden, die es sich leisten können.

Daß die Zahl dieser Kunden nicht mehr so wächst, wie man es von der Vergangenheit her gewohnt war, ist der Hauptgrund, weshalb Firmen aus der Luxusbranche immer häufiger ihre Exklusivität durch Zusammenarbeit mit anderen Herstellern von Prestigeprodukten zu festigen suchen. So meldete kürzlich das Champagner-Haus La Veuve Clicqot die vollständige Übernahme des Parfumproduzenten Givenchy, an dem die "Witwe" 1981 zunächst die Hälfte und dann wenig später ein Viertel der Anteile erworben hatte.

Nur kurz vorher hatten der italienische Sport- und Rennwagenhersteller Ferrari und der Pariser Schmuck- und Luxusartikelproduzent Cartier ("Le must de Cartier") mit der Ankündigung ihrer Kooperationspläne für eine Sensation gesorgt. Mit dem Emblem des springenden Pferdes, dem Ferrari-Markenzeichen, vertreibt Cartier seit neuestem Uhren und Accessoires unter der Bezeichnung Ferrari Formula.

Andere illustre Vertreter der Luxusbranche haben sich schon früher zusammengetan, so das Modehaus Chanel und Parfums Dior, heute im Besitz des Champagnerhauses Moët & Chandon, die ihr Accessoires-Angebot gemeinsam auf den amerikanischen Markt bringen. Ebenso kooperieren Cartier und Saint-Laurent beim Vertrieb ihrer Luxusutensilien.