Die Kreditinstitute stehen vor der Notwendigkeit, neue Geschäfte in ihre Zweigstellen zu ziehen. Denn dem Wachstum der klassischen Tätigkeiten (Kredit, Einlagen und Wertpapiere) sind Grenzen gesetzt. Wer Personalbestand und Zweigstellennetz erhalten will, muß sich etwas Neues einfallen lassen. Die Deutsche Bank startet jetzt mit „Auto-Leasing am Bankschalter“. Sie hat festgestellt, daß sich die „gehobene Kundschaft“ zunehmend für Auto-Leasing interessiert.

Deshalb beteiligt sich die Deutsche Bank mit 30 Prozent an der Auto Leasing D GmbH, Hamburg, die die Geschäfte der Interleasing D-Gruppe übernimmt. Der bisherige Mehrheitsgesellschafter von Interleasing, Hans Ravenborg, bleibt mit 55 Prozent an der neuen Gesellschaft beteiligt, die überall im Bundesgebiet über Stützpunkte verfügt. Eckart van Hooven, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und „Vater des Banken-Massengeschäftes“ ist sicher, daß er mit dieser Neuerung für einige Aufregung sorgen wird.

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Der Vorstandsvorsitzende der Gutehoffnungshütte AG (GHH) in Oberhausen, Manfred Lennings, will offensichtlich das Krisenmanagement bei der notleidenden Tochtergesellschaft MAN-Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG selbst in die Hand nehmen. Lennings soll dem Aufsichtsrat angeboten haben, selbst in den Vorstand der MAN (die im letzten Geschäftsjahr 300 Millionen Mark Betriebsverluste erlitten hat) einzutreten. Gegenwärtig ist Lennings Aufsichtsratsvorsitzender der MAN. Nach dem Gesetz ist eine – allerdings auf ein Jahr befristete – Delegierung vom Aufsichtsrat in den Vorstand an Stelle „fehlender oder verhinderter Vorstandsmitglieder“ möglich. Damit müßte wohl der MAN-Vorstandsvorsitzende Otto Voisard den ersten Platz räumen.

Den Aufsichtsratsvorsitz der MAN könnte Klaus Götte übernehmen, der Anfang des Jahres von GHH-Großaktionär Allianz-Versicherung in das Gremium gesandt worden war.

Über das Sanierungskonzept von Lennings soll der Aufsichtsrat am

11. November beschließen. Wichtigste Neuerung dürfte die Zusammenlegung des Augsburger Schiffs-Dieselmotorenbaus mit der Kopenhagener Tochter B & W sein. In Augsburg sind vermutlich rund tausend Arbeitsplätze gefährdet.