An der Côte d’Azur präsentierte BMW ein neues Motorrad: die K100

Von Ulrich Greiner

Bescheidenheit ist eine Zier

Tand ist das Gebilde von Menschenhand, sagt Fontane, und hat er nicht recht? Überall begegnet uns Unvollkommenheit, Widriges wirft sich unseren hehren Zielen in den Weg, der Schnürsenkel reißt, die Ampel steht auf Rot, und die Bank hat Mittagspause. Mangel und Zerfall beherrschen die Welt. Wo sind, fragen wir verzweifelt, Schönheit und Vollkommenheit?

Bei den Bayerischen Motorenwerken in München. Seid getrost! ruft BMW uns Bedürftigen zu, euch kann geholfen werden, es gibt "sinnvollen Fortschritt", und "Vernunft muß keineswegs immer im Gegensatz zur Freude stehen", denn BMW setzt sich dafür ein, "daß die Freiheit der Freude nicht im Zwang zum Konsum untergeht". Wie das? fragen wir und reiben uns verwundert die Augen. "Wir haben die Herausforderung angenommen", sagt BMW. Trara, trara, schrumm, Vorhang auf: die neue BMW K 100.

Ein Motorrad? Nein, viel mehr: "Ein Mittel unkonventioneller Selbstentfaltung, ein dauerhafter Erlebnisträger, revolutionär und einleuchtend, zweckmäßig und zeitlos, logisch und konsequent, eigenständig, unverwechselbar, einzigartig, optimal, überzeugend, einmalig." Mit anderen Worten: "Ein Meilenstein in der Geschichte des Motorrads, ein großes Ereignis, ein Stück Unabhängigkeit, ein Ausdruck unserer Produktphilosophie, ein Glaubensbekenntnis in die Zukunft des Motorrads.

Nichts ist vollkommen. Ausnahme: BMW. Alles vergeht, eins aber bleibt: BMW. Und so fing alles an: "Es war der BMW-Konstrukteur Josef Fritzenwenger, der die überraschende und im nachhinein unglaublich logische Idee hatte..." Und das kam dabei heraus: "Hohe Problemlosigkeit, begeisternde Handlichkeit und unbeirrbarer Geradeauslauf, funktionale und beherrschbare Technik."