"Kuba – das neue Ziel in der Karibik" steht auf den T-shirts, mit denen die Zuckerrohrinsel auf sich aufmerksam machen will. Castros Republik bemüht sich um Urlauber, die Strand und Sonne soeben.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Kuba allein erklärtes Pilgerziel von Polittouristen aus aller Welt war. Nicht mehr Schulen und Fabriken, sondern Sonne, Sand und Strand will die Antilleninsel jetzt verkaufen – verstärkt auch an Touristen aus der Bundesrepublik Deutschland.

Die Maschinen der Fluggesellschaft "Cubana" werden demnächst häufiger auf europäischen Flughäfen zu sehen sein. Neben dem Linienverkehr von Paris nach Havanna, den es bereits seit Mai 1983 gibt, will Kubas Airline nun den Charterverkehr von Mailand, London und Köln aus aufnehmen. Am 22. Oktober wird das erste Flugzeug der "Cubana" zum dreizehnstündigen Flug nach Havanna mit Zwischenstopp in Gander/Neufundland starten. Unter den Kuba-Anbietern sind auch Deutschlands größte Reiseveranstalter, die Touristik Union International (TUI) und die NUR Touristic.

Das Programm konzentriert sich auf den Badeort Varadero und natürlich auf die legendäre Zwei-Millionen-Metropole Havanna, außerdem sind Insel-Rundreisen möglich. Varadero mit seinem über 20 Kilometer langen Strand war vor der Revolution bevorzugter Tummelplatz reicher Amerikaner und Kubaner. Heute tummeln sich dort in Hotels, die in der Einrichtung manchmal an Rumänien-Standard erinnern (die beste Anlage, das Hotel "International", soll im Dezember renoviert wiedereröffnet werden), vornehmlich Kanadier, Spanier und Mexikaner. Sie machen im Augenblick das Gros der Urlauber an Castros Stränden aus. 33 000 Kanadier, 16 000 Spanier und 15 000 Mexikaner sonnten sich 1982 an den Gestaden des grünschimmernden Atlantiks oder wohnten in Havanna in Hotels, die noch die Amerikaner Ende der fünfziger Jahre mit entsprechendem Prunk und Protz bauten,

Erwartungsfroh, aber nicht ganz realistisch, hofft die staatliche Organisation "Cubatur" auf 10 000 deutsche Urlauber bereits für das Jahr 1983.

Seit 1976 schon fliegen die Kanadier nach Kuba. Seit dieser Zeit auch bemüht sich die Insel um den Fremdenverkehr, will ihre Strände und ihre koloniale Vergangenheit samt den wunderschönen Relikten herzeigen. Hotels wurden renoviert, Häuser hergerichtet, Kabaretts wiedereröffnet. Heute steht der Tourismus als Wirtschaftsfaktor an sechster Stelle (nach Zuckerrohr, Fischen, Zigarren, Zitrusfrüchten und Nickel). Daß seine Rolle in den nächsten Jahren noch wichtiger werden wird, davon ist man in Havanna überzeugt,

Vier Millionen Pesos, fast zwölf Millionen Mark, lassen sich die Kubaner die Verkaufsförderung für ihre Insel kosten. Nachdem "Cubatur" bereits Niederlassungen in Paris, Toronto, Montreal, Mexico City und seit Oktober 1981 auch in Frankfurt hat, sollten bis Anfang nächsten Jahres Büros in Mailand, Madrid und London folgen.