Mit einem Federstrich entgeht das Klöckner-Imperium der Gefahr, vom Fiskus geschröpft zu werden. Weil eine Familienstiftung nahezu alleiniger Eigentümer des Duisburger Handelshauses Klöckner & Co. ist, wäre am 1. Januar nächsten Jahres Ersatzerbschaftsteuer in Höhe von 270 Millionen Mark fällig geworden. Dieser Vorgang hätte sich künftig alle dreißig Jahre wiederholt. Denn Familienstiftungen müssen an Stelle der Erbschaftsteuer, die bei Unternehmen im Eigentum natürlicher Personen durch den Generationenwechsel etwa alle dreißig Jahre fällig wird, die sogenannte Ersatzerbschaftsteuer zahlen.

Deshalb suchte. Klöckner nach einem Ausweg, den jetzt ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts eröffnet hat: Die Peter-Klöckner-Familienstiftung überträgt den wesentlichen Teil ihres Vermögens auf die Gemeinnützige Peter-Klöckner-Stiftung. Gleichzeitig wird zum 1. Januar 1984 die Kommanditgesellschaft Klöckner & Co. in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umgewandelt, an der die Peter-Klöckner-Stiftung mit rund neunzig und die Peter-Klöckner-Familienstiftung mit rund zehn Prozent beteiligt sein werden. So verringert die Familienstiftung ihr Vermögen auf etwa ein Zehntel des ursprünglichen Wertes; entsprechend geht die Steuerschuld auf ein Zehntel zurück. Persönlich haftende Gesellschafter der KGaA werden – wie bisher bei Klöckner & Co. – Jörg A. Henle und C. Peter Henle, die die Familie in der dritten Generation repräsentieren.

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Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling ist ein Jahr im Amt, da scheint es ihm wohl an der Zeit, sich in Fragen der Kommunikations-Technik guter Ratgeber zu versichern. Der Minister, der seit Jahr und Tag der Verkabelung der Republik das Wort redet, hat deshalb einen technischen Beirat berufen, dem Spitzen-Manager aus der Industrie und ein Professor angehören.

Unter dem Vorsitz des ehemaligen IBM-Geschäftsführers Rolf-Dieter Leister, heute freier Unternehmensberater für Informations- und Kommunikations-Technik und Ratgeber von AEG-Chef Heinz Dürr, sollen Vorstandsmitglieder großer Konzerne, darunter so erlauchte Namen wie Siemens, AEG, Nixdorf, Philips und SEL sowie die Chefs zweier mittelständischer Firmen dem Postminister den richtigen Weg in die Zukunft weisen. Für den Steuerzahler wird der gute Rat billig: Alle Ratgeber arbeiten ehrenamtlich.

Winfried Wachendorfer ist sich seiner Sache sicher: „Die deutsche Leistungsschau in Japan wird ein Erfolg“, meint der für den Großauftritt der deutschen Industrie zuständige Ministerialrat im Bundeswirtschaftsministerium in Tokio. Die Zuversicht des Beamten gründet sich allerdings nur auf die große Zahl der Unternehmen, die nach langem Gerangel im nächsten Frühjahr in Fernost antreten werden.

Was die 280 Firmen in Tokio präsentieren werden, weiß auch der Ministerialrat nicht, dessen Ministerium immerhin elf bis zwölf Millionen Mark beisteuert. Daß gerade die Branchen in Tokio nicht vertreten sein werden, in denen die Japaner stark sind, hält Wachendorfer für unschädlich. Deutsche Unterhaltungselektronik, Büromaschinen oder Kameras etwa wird das japanische Publikum im nächsten Frühjahr vergeblich suchen. Die Leistungsschau wird auch die weitverbreitete Annahme, der europäische Airbus sei ein französisches Produkt, nicht korrigieren können. „Ich gehe davon aus, daß die Industrie 1984 ihr Bestes zeigt“, versucht Wachendorfer Zweifel am Schaukonzept zu beseitigen.