Das Kapital der Hapag-Lloyd AG wird zum zweiten Mal in diesem Jahr von 180 auf 120 Millionen Mark zusammengelegt und danach wieder auf 180 Millionen aufgestockt. Da der Preis für die jungen Aktien mit 100 Mark deutlich über dem Börsenkurs von derzeit 41 Mark liegt; haben sich die drei Großaktionäre – die Deutsche Bank, die Dresdner Bank und die Allianz-Gruppe – verpflichtet, die neuen Aktien zu übernehmen.

Danach wird es kaum noch freie Aktionäre geben. Die Gesellschaft bereitet deshalb einen Teilrückzug von der Börse vor. Demnächst werden ihre Aktien nur noch in Hamburg und Bremen im „Freiverkehr“ notiert werden. Das spart gegenüber der heutigen „amtlichen Notiz“ Kosten.

Mit Einsparungen dieser Art und auch mit der Kapitalzuführung von 120 Millionen Mark ist das Problem Hapag-Lloyd jedoch nicht zu lösen. Die deutsche Seeschiffahrt muß sich vor den Flotten solcher Länder schützen, die aus strategischen Gründen oder im Hinblick auf begehrte Westdevisen ihre Leistung unter dem Preis anbieten. Wenn die Bundesregierung der Meinung ist, daß wir eine eigene Handelsflotte brauchen, muß sie zumindest zusammen mit der Europäischen Gemeinschaft gegen solche Angebote vorgehen. Bei Hapag-Lloyd drängt die Zeit. Auch potente Großaktionäre können sich kein Faß ohne Boden leisten. K. W.