Die einen verhandelten erst gar nicht, die anderen wurden sich nicht einig. Und so sieht es derzeit so aus, als probten Deutschlands Stahlunternehmen den Alleingang. Dabei hätte man hoffen dürfen, daß wenigstens Krupp und Thyssen die Ehe wagen würden.

Aber Thyssen-Chef Dieter Spethmann setzte die Hürden hoch, bestand auf einem Krupp-Anteil von 25 Prozent am gemeinsamen Massenstahl unternehmen und forderte schließlich vom Staat als Mitgift eine Schuldbuchforderung von 1,5 Milliarden Mark. Er forderte zuviel. Und die Frage ist, ob er das vorher wußte, ob der Verdacht berechtigt ist, Thyssen habe das Techtelmechtel mit Krupp nur begonnen, um Krupp von der Ehe mit Hoesch abzuhalten.

Die Bundesregierung kann aus dem Verhalten der Stahlindustrie nur einen Schluß ziehen: Sie muß Subventionen verweigern, solange es keine über die Unternehmensgrenzen hinweggehende Lösungen gibt. Wer – aus welchen Gründen auch immer – auf die Ausschöpfung der Rationalisierungsreserven verzichtet, der darf nicht erwarten, dafür auch noch belohnt zu werden. Die Moderatoren hatten von Bonn Geld für Fusionendert, nicht für Alleingänge. hgk