Ein Forst, dem man ohne viel Geduld beim Sterben zusehen kann: Nur eine von zehn Alt-Fichten in Bismarcks Wald ist noch gesund

Von Günter Haaf

Am besten hat’s die Forstpartie:

Der Wald, der wächst auch ohne sie.

Der flotte Zweizeiler mit dem etwas neidischenUnterton war unbewußt mit dabei,als wir vor fast vier Jahren aus demlauten Hamburg hinausfuhren, um ein Haus am – nein: im – Sachsenwald als mögliche neue Bleibe anzuschauen. Die Idylle schien perfekt. Große Grundstücke mit schmucken Häusern unter alten Waldbäumen versprachen ein problemlos-gelassenes Leben, fern aller vorstädtischen Kleingartenhektik, fern auch von Lärm und Schmutz.

Und so zogen wir unter die weit ausladende Krone der Buche, erfreuen uns seitdem an der riesigen Eiche im Vorgarten und an den dunkelgrünen, spitzen Pyramiden der beiden vielleicht achtzig Jahre alten Fichten, die wie Gardesoldaten links und rechts der Wiese Wache halten.