Etwas zu trinken, bitte

Sind Margaret Thatcher und ihr Denis wirklich so, wie englische Kabarettisten sie uns darstellen? Der Observer will jetzt erfahren haben, daß Mr. Thatcher seine Frau tatsächlich „Boß“ nennt und auch jene Witzbolde nicht Lügen straft, die ihm eine Vorliebe für scharfe Getränke zuschreiben.

Neulich, so liest man in der englischen Sonntagszeitung zur Widerlegung des Vorurteils, daß der Klatsch über Denis auf Vorurteilen beruht, nahm Denis an einem militärischen Bankett in London teil. Nach dem Essen vergnügte er sich noch eine Weile in der Offiziersmesse, bis ein junger Offizier die Weisung erhielt, den Gast heimzufahren. Vor Downing Street 10 lud der Mann der Hausherrin seinen jungen Fahrer zu einem Schluck auf die Nacht ein. Im Wohnzimmer trafen sie auf die ins Aktenstudium vertiefte Premierministerin. Denis äußerte seinen Wunsch nach einem Getränk für sich und seinen Gast, worauf der Boß die Staatsgeschäfte liegen ließ und die Getränke servierte – eine Tasse Tee für jeden.

Böse Punks in Budapest

Die ungarischen Behörden sorgen sich um den verderblichen Einfluß von Punk-Rockgruppen auf die Moral der Jugend. Amateurgruppen mit Namen wie „Bakunin“ und „Kokainräuber“ haben unliebsames Aufsehen erregt – mit Texten, die auch in liberalen westlichen Ländern Staatsanwälte mobilisieren könnten. „Ich würde dir gerne die Augen ausstechen, ich würde dir gerne die Ohren abschneiden“, heißt es in einem Lied. Ein Konzert in einem offiziellen Budapester Jugendklub wurde von der Polizei abgebrochen, als eine uneingeladene Gruppe auf die Bühne trat und zum schrillen Tönen zum Mord an den Zigeunern aufrief.

Deutsche Studien

Rechtzeitig zur Dreihundert-Jahr-Feier der deutschen Einwanderung ist in Amerika eine Organisation gegründet worden, die sich intensiv mit Deutschland befassen will. Das Amerikanische Institut für deutsche Gegenwartsstudien (American Institute for Contemporary German Studies) hat sich die Erforschung der politischen und wirtschaftlichen, der sozialen und kulturellen Entwicklung der Bundesrepublik zum Ziel gesetzt. Präsident der Institution, der einzigen ihrer Art in den Vereinigten Staaten, ist der ehemalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Das Forschungsinstitut ist an die Washingtoner John Hopkins Universität angegliedert und wird aus Privatgeldern finanziert.