ZEIT:Die Mitgliedsfirmen Ihres Verbandes sind weltweit beratend tätig, müßten also ein gutes Gespür dafür haben, wie das Anlagengeschäft läuft,

Assmann: Das ist schon richtig. Wir spüren schon seit einiger Zeit einen deutlichen Rückgang der Nachfrage nach frei finanzierten Investitionsvorhaben, insbesondere aus den Opec-Ländern. Was hingegen noch läuft, sind Vorhaben im Rahmen der bilateralen und multilateralen Entwicklungshilfe.

ZEIT: Haben denn die ölexportierenden Länder kein Geld mehr, oder haben sie sich inzwischen so mit Industrieanlagen eingedeckt, daß es nun keinen Bedarf mehr gibt.

Assmann: Ursache des Nachfragerückgang ist wohl eine Mischung aus beiden Komponenten.

ZEIT: Macht sich der schlechte Geschäftsgang, über den die Anlagenindustrie schon seit mehr als Jahresfrist klagt, auch bei Ihren Mitgliedsfirmen bemerkbar?

Assmann: Bei den Umsätzen bisher noch nicht. 1981 hatte unser Verband 142 Mitgliedsfirmen mit zusammen 1,95 Milliarden Mark Umsatz, im vergangenen Jahr waren es 145 Firmen – mit 18 500 Mitarbeitern übrigens –, die Honorareinnahmen in Höhe von 2,3 Milliarden Mark hatten. Hier wirken sich die hohen Auftragseingänge vergangener Jahre aus, die ja auch bei den Anlagenbauern die Bücher gefüllt haben.

Bei den Auftragseingängen hingegen ist der Umschwung deutlich zu erkennen. Nach 2,93 Milliarden Mark im Jahre 1981 haben wir 1982 nur noch Aufträge über 2,4 Milliarden Mark hereinholen können. Wie es 1983 aussieht, ist schwer zu sagen.