Red Jack: Auch im sozialistischen Lager ist der devisenbringende, Spieltrieb ungebrochen. Zu den Black Jack-, Roulette- und Bakkarat-Tischen im Budapester Hilton Hotel sollen bereits in der ersten Hälfte des kommenden Jahres weitere am Plattensee kommen. Das zweite Casino Ungarns wird derzeit im Hotel „Thermal“ des Kurorts Heviz eingebaut. Die Ungarn, als Lebemänner des Ostblocks von den Nachbarn beneidet, lassen auch keine Zweifel, warum ein weiteres Casino die reine Lehre wider die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen unangetastet läßt: wegen der „bisherigen günstigen Erträge“ im Casino Budapest.

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Kohl-Museum: Stilechte Bauerngärten zieren jetzt die zuvor unbebauten Flächen zwischen den Bauten im Museumsdorf Cloppenburg. Diese Anlagen nach Art der Oldenburger Gärten, die von Schrebergärtnern bewirtschaftet werden, sollen das Bild des Dorfes anschaulicher machen. Blumen, Obst und Gemüse werden angebaut, für Kohl ist das traditionelle „Pottstück“ auf dem nahe gelegenen Acker reserviert. Die Gärten werden nach jener Altväterart bearbeitet, die man heute „biologisch-dynamisch“ bezeichnen würde: ohne Gifte, nur mit Brennesseljauche, ohne Kunstdünger, nur mit Mist, Kompost, Hornspänen oder Blut- und Knochenmehl.

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Rahmenveranstaltung: Das Dänische Nationalmuseum zeigt noch bis zum 11. November eine Fahrradausstellung, in der nicht nur Lauf--maschinen vom Beginn des vergangenen Jahrhunderts, sondern auch eigens für die Schau entworfene Superräder vorgezeigt werden. Dienstag bis Freitag ist die Ausstellung zwischen 11 und 15 Uhr, Samstag und Sonntag zwischen 12 und 16 Uhr bei freiem Eintritt zu besuchen. Das kulturhistorische Fahrradfestival ließ offensichtlich auch die Dänischen Staatsbahnen aktiv werden: Im Winterfahrplan können erstmals Fahrräder im selben Zug wie der Besitzer mitfahren; im Erprobungsstadium ist dies allerdings auf die „Blitzzüge“ begrenzt, die bis zu acht Fahrräder mitführen können. Nach der Testphase soll entschieden werden, ob alle Züge für den Fahrradtransport eingerichtet werden. Den Radlern – in Dänemark wahrlich keine Minderheit – wird’s wohl recht sein.

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Verankert: Wen es schon immer wurmte, mit seiner Yacht nicht direkt in Paris vor Anker gehen zu können, wird nun endlich glücklich. Im Arsenalbecken, ganz in der Nähe der Bastille, wartet ein Hafen mit 227 Liegeplätzen, Restaurant, Cafeteria, Kinderspielplatz, sanitären Einrichtungen, Telephonkabinen und Geschäften auf die Bootseigner. Und nachts werden die Schiffchen sogar von Wächtern mit Hunden beschützt.