Der vielbeschworene „soziale Konsens“, der als positives Ergebnis der letzten Kohle-Runde herausgestellt wird, hat seinen Preis. Ihn zahlen auf der einen Seite die Bundesanstalt für Arbeit, die für insgesamt zwanzig Anpassungsschichten in den nächsten beiden Jahren Kurzarbeitergeld herausrückt, auf der anderen Seite aber die Bergbauunternehmen, die den Bergleuten die Differenz zum Nettolohn zumindest zum Teil ausgleichen sollen.

Eine endgültige Regelung hat Bonn zwar den Sozialpartnern überlassen; die IG Bergbau wird sich aber nicht mit jenen 68 Prozent des Nettolohns zufriedengeben, die aus der Nürnberger Kasse kommen. Die Bergbau-Unternehmen hingegen meinen einerseits, daß dem Kumpel die zusätzliche Freizeit ein finanzielles Opfer wert sein müßte, trauen sich aber andererseits mit Rücksicht auf den sozialen Frieden nicht, das offen auszusprechen.

Wäre die Bundesregierung nicht so inkonsequent, gäbe es das leidige Problem gar nicht. Bei Arbed-Saarstahl nämlich war eine Streichung des Arbeitgeberzuschusses zum Kurzarbeitergeld zur Vorbedingung für weitere staatliche Hilfen gemacht worden. Aber an die Bergleute und ihre Gewerkschaft traut sich offenbar auch die Regierung Kohl nicht heran. – hgk