Eine Stiftung zum Schutz historischer Stätten bietet jenseits des Kanals ausgefallene Urlaubsdomizile an. An Tradition fehlt es nicht, aber Handtücher müssen mitgebracht werden.

In Großbritannien nutzen jedes Jahr rund 10 000 Urlauber, unter ihnen zunehmend Deutsche, die Ferienwohnungen, die der Landmark Trust in historisch interessanten Gebäuden eingerichtet hat. Wer ist die Gesellschaft, die dem Urlauber so ausgefallene Unterkünfte wie einen Wasserturm in Norfolk, einen „gotischen“ Tempel von 1740 bei Oxford oder so Skurriles wie die berühmte Ananas im schottischen Airth anbietet?

Der Landmark Trust ist eine Stiftung, 1965 vom Londoner Bankier John Smith, Vorstandsmitglied des National Trust, und seiner Ehefrau gegründet mit dem Ziel, historisch und architektonisch interessante Gebäude und Anwesen vor dem Verfall zu bewahren und durch eine sinnvolle Nutzung – zum Beispiel als Feriendomizil – nicht nur erhalten, sondern einer möglichst großen Anzahl von Menschen überhaupt bekannt machen zu können.

Derzeit unterhält der Trust (Shottesbrooke, Maidenhead/Berkshire, Großbritannien, Tel. [0044 628] 82 34 31) knapp 80 Objekte, davon neuerdings zwei in Italien, deren Kosten von den Urlaubern über den Mietpreis mitgetragen werden.

Die Unterkünfte werden während der Saison an Selbstversorger (einzige Ausnahme ist ein Hotel auf der Insel Lundy) vermietet, die für mindestens eine Woche buchen müssen. Außerhalb der Saison stehen die Häuser und Wohnungen auch für kürzere Aufenthalte, zum Beispiel Wochenenden, zur Verfügung. Die Einrichtung ist praktisch, nicht luxuriös. Betten oder Kojen haben gute Matratzen, Decken sind reichlich vorhanden. Vollständig eingerichtete Küchen, Heizung und Elektrizität (oder Gas) sind im Mietpreis enthalten. Bettwäsche und Handtücher müssen mitgebracht werden.

Die Häuser sind geschmackvoll möbliert, nach Möglichkeit im Stil der historischen Periode des Gebäudes. Eine kleine Bibliothek mit ortsrelevanter Literatur, Wanderkarten, Werken der Weltliteratur (in englischer Übersetzung) sowie dem Handbuch des Landmark Trust lädt abends zum gemütlichen Lesen ein – oft genug vor einem offenen Kamin.

Zu den Preisen sagt John Smith: „Es ist schwierig, unsere Preise mit denen anderer Vermieter zu vergleichen, da niemand etwas Vergleichbares anbietet, aber unsere Häuser sind immer gut belegt.“ Bernd Rink