Das erste Bundeswehr-Weißbuch eines CDU-Verteidigungsministers liegt nun vor. Was läge näher, als daß der neue Minister darin seine Bundeswehr auch als Wirtschaftsfaktor bewertet, seine rüstungswirtschaftlichen Ziele erläutert, die finanziellen Risiken der alten wie der neuen Beschaffungslasten aufzeigt und daß er darlegt, wie es bei militärischer Forschung und Entwicklung weitergehen soll.

Gerade auf diesem Gebiet hatte die CDU dem Vorgänger Hans Apel Versäumnisse angelastet. Abgesehen von ein paar verbalen Pflichtübungen zum Wehrhaushalt findet der erwartungsvolle Weißbuchleser aber so gut wie nichts über die Ökonomie des Großbetriebes Bundeswehr mit über einer halben Million Beschäftigten und beinahe sechzig Milliarden Mark Jahresumsatz.

Dabei waren bei der Firma noch vor Jahresfrist erhebliche Management-Mängel aufgedeckt worden, die weniger in Personen, als in Strukturen zu suchen sind. Wörner hat die Mängel zwar nicht wahrhaben wollen, so einfach aber lassen sich die Feststellungen einer so renommierten Beratungsfirma wie McKinsey nicht beiseite schieben, Und schließlich bemüht Wörner sich nicht zum Spaß seit längerem um einen dritten Staatssekretär, der – industrieerfahren – die rüstungswirtschaftlichen Geschäfte besorgen soll. Kein Weißbuch der Vorgänger bilanzierte so wenig über den so wichtigen Wirtschaftsbetrieb Bundeswehr wie das des neuen Verteidigungsministers Manfred Wörner. Kein gutes Zeichen für unser gutes Geld. hff