Politik

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DIE ZEIT

Kleinkariert

Kein Tag mehr ohne Nachrichten aus der Welt der Neuen Medien. Kaum ein Tag, an dem sie sich nicht widersprächen. Kein Tag auch, an dem sie nicht mehr versprächen, als sie in absehbarer Zeit halten können.

Beharrlich

Die politischen Umstände und Otto Graf Lambsdorff haben entschieden: Der Wirtschaftsminister bleibt mit dem Segen Helmut Kohls im Amt, jedenfalls bis zu einem Hauptverfahren.

„Fürchtet Euch nicht“

Allgemeine Angst, konkrete Furcht, Neigung zum Pessimismus, Melancholie, Weltschmerz, Lebensangst und Depression sind genauso von Anbeginn der Schöpfung im Menschen angelegt wie grundsätzliche Hoffnung, zuversichtliche Erwartung, Neigung zum Optimismus, Fortschrittsglaube, Euphorie und Vertrauen auf Gott.

Anmaßung

Niemand kann ein Alleinvertretungsrecht für das Gewissen in Anspruch nehmen, auch Schriftsteller nicht. Das Gewissen der Nation schlägt unter vielerlei Tuch, nicht nur unter dem Cord der Intellektuellen – die sich überdies schon zu vielen falschen Göttern verschrieben haben, als daß sie unbezweifelt als Auskunftspersonen in politicis gelten dürften.

In die Wüste

Wieder ist Jassir Arafat auf der Flucht. Wieder, wie schon letztes Jahr bei seiner Ausweisung aus Beirut, ist sein Schicksal ungewiß.

Worte der Woche

„Wer seine Verantwortung für das Gedeihen der deutschen Wirtschaft und damit für die Sicherung der Arbeitsplätze nicht an der Garderobe der Verhandlungszimmer abgeben möchte, muß auf das Mittel der Verständigung setzen.

Mit Volldampf in die Demokratie

Offizier wollte er nicht werden, obwohl er eine militärische Lehranstalt besucht hat; zu seinem Jahrgang gehörte übrigens Leopold Galtieri, der über den Falkland-Krieg gestolperte Ex-Präsident Argentiniens.

Zeitspiegel

Bisweilen macht einer Karriere als Schauspieler und später in seinem Leben als Politiker. In dieser Woche erlebte das amerikanische Fernsehpublikum ein Beispiel für den umgekehrten Weg.

Wolfgang Ebert: Harte Landung

„Hallo, Kontrollzentrum. Kurskorrektur vollzogen. Nehme Kurs auf Pl.qu. B24/Zn. Landemöglichkeit?“ „Hier Kontrollzentrum. Ja, aber nur für Lebensmüde.

Weihnachten im anderen Teil

Wer glaubt, die DDR sei ein atheistischer Staat, und deshalb feiern wir kein christliches Fest wie Weihnachten, der hat sich gründlich geirrt“, sagte ein SED-Genosse und setzte hinzu: „Uns gehört nämlich nicht nur Goethe, Luther und der Alte Fritz, uns gehört auch der Weihnachtsmann.

Ben Witter: Angetippt

Unter seinem Parka trug er einen Blazer, und der Shawl verdeckte den Schlips. Daß gerade er zu einer kirchlichen Trauung ging.

Hilfe aus Karlsruhe

Vor dem Bundesverfassungsgericht haben nicht nur die Kläger gegen das Volkszählungsgesetz ’83 einen Erfolg errungen. Einen fast noch größeren Sieg trug der Datenschutz davon, nicht so offenkundig, sondern versteckt an vielen Stellen der Urteilsbegründung, aber davon, konkreten Folgen für alle Behörden, die personenbezogene Daten erheben und verwenden.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Das Bundesverfassungsgericht hat einen Antrag der Grünen abgelehnt, den Bundeshaushalt 1984 durch Erlaß einer einstweiligen Anordnung vorläufig auszusetzen.

Hunger in Moçambique

Der Gesundheitsminister Moçambiques spricht von 40 000 Hungertoten in diesem Jahr; die Regierung in Maputo scheint aber daran interessiert zu sein, die Lage nicht allzu katastrophal erscheinen zu lassen: Ausländische Fachleute sprechen von 100 000 Toten, die im letzten halben Jahr allein in der Provinz Inhambane gestorben sein sollen.

Neue Front in Polen

Die Stimmung war gehoben. Gott und Vaterland wurden zu Zeugen gerufen, Menschen zur Besinnung ermahnt, moralische Erneuerung versprochen.

Palästinenser: Arafats Abzug

Jassir Arafat hat mit seinen Getreuen auf fünf griechischen Schiffen die nordlibanesische Stadt Tripoli verlassen, in der er wochenlang von überlegenen Truppen seiner von syrischen Einheiten unterstützten palästinensischen Widersacher belagert worden war.

Widerstand mit Witz und Wut

Deutsche Spielarten des christlichen Pazifismus: Zwischen fidelem Ernst und symbolischer Sabotage

Johannes und Karin Schauff: Ora et labora

Wer ist Johannes Schauff? Wer immer irgendwann einmal auf diesen Namen gestoßen ist, hatte die Bekanntschaft mit einer ungewöhnlichen Existenz vor sich.

Dome und Kunst im anderen Deutschland

Barlachs Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, seine berühmte Bronzefigur des „Schwebenden“ wurde von den Nationalsozialisten als „entartet“ aus dem Dom von Güstrow entfernt und eingeschmolzen.

Firma pleite - Chef saniert

Der Wunderknabe hat sich tief in die Provinz zurückgezogen. In Bad Kreuznach leitet Horst-Dieter Esch jetzt die Hombok Maschinenbau GmbH, die ihm zu 75,1 Prozent gehört.

Frankreich: Protest

Henri Krasucki, Chef der mächtigen Gewerkschaft CGT, ist an seinen französischen Landsleuten irre geworden. Denn jüngst mußte der Kommunist Krasucki erstmals erleben, daß Arbeiter gegen ihre eigene Gewerkschaft demonstrierten, um ihr „Recht auf Lohnkürzungen“ durchzusetzen.

Prämie für Abtrünnige

In Bremerhaven, wo mehr Leute vom Fisch als von der krisengeschüttelten Werftindustrie leben, war ein Seufzer der Erleichterung zu hören.

Großbritannien: Absage an die Militanz

Das war am 5. April 1982: Len Murray, Generalsekretär des Gewerkschaftsbundes TUC, warnte die Arbeitgeber: „Wenn Sie töricht genug sind, juristischen Ärger zu machen, dann riskieren Sie eine sich steigernde Gegenwehr von der ganzen Gewerkschaftsbewegung.

Management: Kein starker Abgang

Man hätte ihm einen besseren und würdigeren Abschied vom Unternehmerdasein gewünscht. Aber Max Grundig, heute 75 Jahre alt und immer wieder kränkelnd, wollte es nicht anders.

Devisenmarkt: Dollar mit politischem Bonus

Prämien würden die geplagten Finanzchefs großer Unternehmen an diejenigen zahlen, die ihnen genau vorhersagen könnten, wie sich der Dollarkurs im nächsten Jahr entwickeln wird.

Gesundheitswesen: Bewegung

Es scheint, als käme endlich auch in den Krankenhaussektor, Problemkind des so kostenträchtigen Gesundheitswesens, Bewegung.

Vorruhestandsgesetz: Schöne Pläne

Zu erzählen ist die Geschichte von dem Minister, der auszog, der mächtigen IG Metall, deren Mitglied er ist, die Gefolgschaft abspenstig zu machen.

Börsen-Report: Optimisten am Werk

Gemessen an den Spitzenumsätzen dieses Jahres herrschte auf dem Aktienmarkt in den letzten Tagen so etwas wie Festtagsruhe. Es fehlten vor allem die massiven Kaufaufträge der Ausländer, die wesentlich dazu beigetragen haben, daß 1983 zum Jahr der Aktie“ geworden ist.

Es gibt Alternativen

ZEIT: Herr Kirchner, im Streit um die 35-Stunden-Woche scheinen die Fronten vollkommen verhärtet zu sein. Die IG Metall – und mit ihr einige kleinere Gewerkschaften – wollen in jedem Fall im kommenden Jahr eine kürzere Arbeitszeit erzwingen.

MANAGER UND MÄRKTE

Die Spitzenposition als Umsatzstärkstes deutsches Automobilunternehmen konnte Daimler-Benz gerade ein Jahr halten. Schon 1983 wird der Volkswagenkonzern wieder der – gemessen am Umsatz – größte deutsche Autohersteller sein; mehr als 40 Milliarden Mark prognostiziert VW für dieses Jahr.

Diese Woche: Kreuzberger Weihnacht

Ayşe will Weihnachten feiern. Mehmet will Weihnachten feiern. Selel hat seine Mutter so lange bestürmt, bis sie im Kaufhaus einen Baum kauft, einen aus Plastik.

Humboldt war ein Grüner

Es blühte die Krise, auch im Jahre 1809. Napoleon hielt Berlin in der Hand, Friedrich Wilhelm III. saß in Königsberg auf seinem Fluchtgepäck, Preußen schien vor der Auflösung.

Günter Bransch:: Politik und Bergpredigt

In den weltweiten Diskussionen um Frieden und Abrüstung, Freiheit und Gerechtigkeit, Lebensqualität und Naturerhaltung hat die Bergpredigt wieder ein Interesse gefunden, auch andere biblische Texte, das noch vor wenigen Jahren kaum zu erwarten war.

Das Nazi-Syndrom

Das kalendarische Ritual synchronisiert die Gesellschaft. So haben sich die journalistischen und anderen Interpreten 1983 mit Luther und Marx befassen müssen und mit der Machtübergabe von 1933, als der Reichspräsident Hindenburg „Herrn Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt“ hat.

Zeitmosaik

Nun hat uns also Weihnachten mit all seinen uralten Schrecken wieder. Die Läden sind vollgestopft mit dem phantastischsten Plunder, und was man verlangt, ist ausverkauft.

Ulrich Schacht: An Hamburg

Die Poesie hat ein altes Dilemma: Sie macht Dinge und Erfahrungen beschreibbar; zugleich entzieht sich die Realität, in ihrer verrückten Widersprüchlichkeit, jedem sprachlichen Zugriff.

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