Die Beziehungen zwischen Spanien und Frankreich waren noch nie herzlich. Seit sich Madrid um den Beitritt zur EG bemüht, sind sie ausgesprochen schlecht, weil Paris den Agrar-Konkurrenten fürchtet. Seit vier Wochen sind sie sogar gespannt. Der Grund: Eine Organisation, die sich „Antiterroristische Befreiungsgruppen“ (GAL) nennt, überquert die Grenze, um in Frankreich jene baskischen ETA-Mitglieder aufzuspüren, wegzuschleppen oder zu töten, die im spanischen Baskenland Morde und Erpressungen verübt hatten und dann ins sichere Frankreich geflüchtet waren.

Eben dieses „sicher“ verärgerte die Spanier zunehmend. Die französische Polizei reißt sich kein Bein aus, die von Spanien gesuchten Täter festzunehmen oder gar auszuliefern. Ob Angst vor den französischen Basken oder der Wunsch nach Ruhe im eigenen Land das Motiv ist – daß die gewalttätigen ETA-Separatisten Frankreich als Hinterland betrachten dürfen, mußte zu Reaktionen fuhren.

Das Vorgehen der GAL ist das denkbar schlechteste Resultat gescheiterter diplomatischer Bemühungen. Auch wenn die „Antiterroristen“ – wie sofort unterstellt – nicht das Wohlwollen Madrids genießen, liegt eben dieser Verdacht so nahe, daß beide Regierungen das leidige Problem anpacken müssen. Madria darf nicht in den Ruch geraten, Komplize nationalistischer Mörder zu sein. Paris muß sich von dem Vorwurf befreien, tistische Mörder zu schützen. H.B.