Als die Unesco 1946 gegründet wurde, beteiligten sich 30 Staaten, um international auf den Gebieten der Erziehung, Wissenschaft und Kultur zusammenzuwirken. Heute arbeiten 161 Staaten mit. Anfangs hatte der Haushalt ganze sieben Millionen Dollar betragen. Für die Periode 1984/85 beläuft sich der Etat auf 374,41 Millionen Dollar. Der Löwenanteil dieser Summe fließt mit 66,1 Millionen Dollar in den Bereich Erziehung, 42,4 Millionen Dollar sind für naturwissenschaftliche Projekte veranschlagt, gefolgt von 16,7 Millionen für Sozial- und Geisteswissenschaften, 19,7 Millionen für Kulturprogramme, 12,2 Millionen für Kommunikation, 6,8 Millionen für Informatik, 2,4 Millionen für Bibliotheken, Statistiken und Archive. Auf der Ausgabenliste stehen außerdem die Kosten für Ubersetzerdienste, Verlage und Publikationen (47 Millionen Dollar), 20 Millionen für Aufwendungen der Administration, die mit dieser Summe unter anderem die Generalkonferenz vorbereitet. Allgemeine Dienste in der Zusammenarbeit mit nationalen Unesco-Kommissionen schlagen mit 29 Millionen Dollar zu Buche.

Nach einem Beitragsschlüssel, der nach Bevölkerungszahl und Volkseinkommen bestimmt wird, zahlen die USA 25 Prozent dieser Ausgaben, gefolgt von der UdSSR, die 10,54 Prozent aufbringt. Japan steht mit 10,32 Prozent an dritter Stelle, gefolgt von der Bundesrepublik (8,44 Prozent), Frankreich (6,51 Prozent), Großbritannien (4,67 Prozent), Italien (3,74 Prozent) und Kanada (3,08 Prozent). Alle anderen Mitgliedsstaaten zahlen jeweils unter zwei Prozent des Budgets.

Zu den Unesco-Programmen der letzten Jahre gehörten unter anderem die Ausbildung von Lehrern in der Dritten Welt, Kurse zur Bekämpfung des Analphabetismus, die Einrichtung von Schulen in Entwicklungsländern, Bildungsprogramme in ländlichen Gebieten, für Behinderte und Gastarbeiter, Programme gegen Rassismus und Apartheid und zur Verbesserung der rechtlichen und sozialen Stellung der Frau; die Entwicklung eigener Kommunikationsstrukturen in der Dritten Welt, Rettungsaktionen für Kulturdenkmäler, die Inventarisierung der Naturgüter und die Entwicklung angepaßter Technologien.