Sie sind es wohl leid, als Buhmänner im Umweltschutz dazustehen: Seit einigen Monaten tun die Manager der deutschen Kraftwerke alles, um zu dokumentieren, daß sie zu Musterschülern geworden sind. Wetterten sie vor einem Jahr noch mit aller Vehemenz gegen jede zusätzliche Umweltauflage, so scheint ihnen heute plötzlich kein Opfer mehr zu groß.

Stolz verkündet deshalb auch die Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDE), daß die öffentlichen Stromversorger jetzt die Entschwefelung der Kraftwerksabgase „zügig“ in Angriff genommen hätten, Ihre Maßnahmen würden sogar die Erwartungen des Gesetzgebers noch übertreffen: Bis 1988 könnten die schädlichen Schwefelabgase aus staatlichen Elektrizitätswerken um zwei Drittel, bis Anfang der neunziger Jahre um drei Viertel reduziert werden.

So eindrucksvoll sich diese altruistischen, umweltbewußten Entschlüsse anhören, ganz so überwältigend ist der Eifer der Kraftwerksmanager denn doch nicht. Denn die Taten, deren sie sich da mit wichtigtuerischen Zahlen und Worten rühmen, sind in Wirklichkeit nicht mehr als genau das, was ihnen der Gesetzgeber sowieso vorschreibt, Muß man sich nun schon dafür loben, daß man die Umweltgesetze schlicht erfüllt? iml