Rund um Trient liegen Ski-Reviere aller Schwierigkeitsgrade

Von Heinz Josef Herbort

Palazzi und Kastelle, Fresken und Museen: Wintersportlern bietet das Trentino viel kulturelle Abwechslung. Der Bogen spannt sich von der Architektur zur Küchenkunst und weist immer wieder zurück auf die Konzilsväter.

Fluchen, stärker noch: verfluchen konnten sie schon im vierten Jahrhundert (und sie leisteten es sich noch bis gegen Ende des neunzehnten). Die im Jahre 382 zum Konzil von Rom versammelten Bischöfe waren wohl die ersten, die dekretierten, daß sie das „Anathema“, die Verfluchung, den Kirchenbann aussprächen über die Irrlehrer, alle beispielsweise, die „nicht aus ganzer Freiheit bekennen, daß er (der Heilige Geist) mit dem Vater und dem Söhne eines Amtes (potestatis) und eines Wesens (substantiae)“ sei. Immerhin achtmal verhängten sie damals diesen Bann, und in weiteren 14 Fällen mußte sich jemand als Ketzer fühlen.

Aber die Synodalen des Romanum waren gleichsam zurückhaltend verglichen mit denen, die zwischen 1545 und 1563 in Trient zusammenkamen. 134 solcher Ausschlußandrohungen Denzingers „Enchiridion Symbolorum“, das Verzeichnis aller Verlautbarungen des unfehlbaren Lehramtes zu den Beschlüssen von Trient. Die „Canones“, die formuliert wurden, „damit alle nicht nur wissen, was sie halten und befolgen, sondern auch was sie meiden und fliehen müssen“, verraten bereits in ihrem sprachlichen Duktus die Radikalität, Härte und Unnachgiebigkeit der Entscheidungen: „Si quis dixerit (negaverit)... anathema sit – Wenn einer sagen (verneinen) sollte ... so soll er verflucht sein.“

Das Kreuz, das zu den 25 Sitzungen in der Kathedrale feierlich aufgestellt wurde und zu dessen Füßen die Konzilsväter die decreta und canones unterzeichneten – wobei, wie die Legende zu berichten weiß, der Gekreuzigte zum Zeichen der Zustimmung das Haupt geneigt haben soll ist noch heute zu besichtigen in einer (später barock ausgestalteten) Kapelle im südlichen Seitenschiff des Doms von Trient.

Ansonsten kann zwei Fußminuten die Via Cavour hinunter die Kirche S. Maria Maggiore besucht werden, in der ebenfalls wichtige Konzilkongregationen stattfanden. Wenn man das Portal durchschreitet, kann man in dessen tiefer gelegenen Struktur noch das vorkonziliare Original erkennen, die prunkhafteren Vorbauten ließ der Gastgeber, Kardinal Madruzzo, hinzubauen. Innen zeigen die Deckengemälde Szenen vom Konzil, die Kirchenväter vor der Bibel, die Mutter Gottes als Schutzpatron (ein kleiner, auch nicht gerade sehr feiner selbstbewußter Hieb der Rechtgläubigen gegen die Protestanten, die ja gerade mit dem übertriebenen Heiligenkult hatten Schluß machen wollen), weiter vorn eine Prozession von Synodalen und, nicht ohne Grund so zentral, die Verurteilung der Häresie – schon damals wurden Bücher verbrannt. Und dann natürlich die Stars dieses Treffens, die Päpste, Paul III., Julius III., Marcellus II., Pius IV., die Kardinäle – Morone, der Politiker; Madruzzo; Clesio, der wie ein Bausenator die Stadt architektonisch auf das große Theologentreffen vorbereitet hatte (und dabei nicht gerade ärmer geworden war). Einen Schönheitsfehler hat die Wandmalerei: Sie entstand erst im Jahre 1905. Mehr über die Versammlung im Diözesan-Museum, im Winter auf Anfrage zu besuchen.