Die simple Mitteilung, daß das Telephonieren aus Telephonzellen demnächst dreißig Pfennig kosten soll, einen Groschen mehr als in den vorangegangenen 34 Jahren, hat erstaunliche Reaktionen hervorgerufen. Da wurden nicht nur Rechnungen geprüft und kritisiert, sondern zugleich auch alte Rechnungen beglichen, die mit dem Telephon wenig zu tun haben.

So grummelte eine Straßenpassantin ins Mikrophon eines Rundfunkreporters, es geschehe ja den Telephon-Zerstörern ganz recht, wenn die Kosten nun erhöht würden. Und der meinungsstarke Kommentator eines Frankfurter Blattes für kluge Köpfe beklagte gar „ideologische Scheinrechtfertigungen“ für die Demolierer öffentlicher Telephonhäuschen – in diesem Kommentar war sogar noch Platz für eine Kritik am Bonner Oppositionsführer Hans-Jochen Vogel, der bestimmte Gebäudeschmierereien nachdenkenswert genannt habe. Keinen Platz bot hingegen diese besondere Art von Dreigroschenoper für die mickrige Nachricht, daß das Zerstören öffentlicher Telephone, obschon häßlich, letztlich doch „nur“ Millionen Mark kostet und damit zu den Gesamtverlusten in den gelben Zellen nur sechs Prozent beiträgt.

Natürlich hat die geplante Gebührenerhöhung auch einen wirtschaftlichen Aspekt: Sie geht, nach Jahren der Verluste, in Ordnung, und sie ist verkraftbar = ohnedies haben 83 Prozent der Haushalte ihr eigenes Telephon. pl