In ruhigen Zeiten können Politiker gewiß sein,auch mit unwichtigen oder albernen Vorschlägen öffentliches Aufsehen zu erregen. Nach diesem Rezept ist in diesem Jahr der CSU-Bundestagsabgeordnete Dionys Jobst Verfahren: Kurz nach dem Jahreswechsel hat er angeregt, auch in der Bundesrepublik Autobahngebühren zu verlangen, vor allem damit Ausländer nicht mehr zum Nulltarif unsere schönen Schnellstraßen benutzen können.

Aufmerksamkeit war ihm damit gewiß, und sicher auch Zustimmung. Sinnvoll wird dieser Vorschlag aber deswegen nicht. Eine neue Gebühr wäre ein peinlicher Rückfall in Kleinstaaterei, wo doch andererseits alle ein vereintes Europa wollen. Die unbequemen Wegezölle in Frankreich und Italien werden nicht dadurch besser, daß solche auch in der Bundesrepublik erhoben werden. Einem – schlechten – deutschen Beispiel könnten gar noch andere Länder folgen.

Verkehrsminister Dollinger hat denn auch elegant pariert: Er mochte seinem Parteifreund nicht direkt widersprechen, betonte aber, daß es das Ziel seiner Politik sei, die Gebühren in Frankreich und Italien abzubauen. Jobst’s Plan wird damit dort abgelegt, wo er hingehört: im Papierkorb.