Weltenlauf

Ein Wort des Schweizer Historikers Carl Jacob Burckhardt stellt Matthias Walden, Mitherausgeber der WELT, einer Anzeige des Springer-Blattes in eigener Sache im Rheinischen Merkur voran: „Es gehört zum Schwierigsten, was einem denkenden Menschen auferlegt werden kann, wissend unter Unwissenden den Ablauf eines historischen Prozesses miterleben zu müssen, dessen unausweichlichen Ausgang er längst mit Deutlichkeit kennt. Die Zeit des Irrtums der anderen, der falschen Hoffnungen, der blind begangenen Fehler wird dann sehr lang.“ Matthias Walden schreibt dazu: „Verehrte Leserin, verehrter Leser: Der Irrtum anderer, falsche Hoffnungen und blind begangene Fehler, von denen der große Schweizer Historiker und Diplomat schrieb, ereignen sich auch in unserer Gegenwart. Zu denen, die ,wissend unter Unwissenden‘ Einsichten und Auswege suchen, um diese ,historischen Prozesse’ nicht zu einem „unausweichlichen Ausgang werden zu lassen, gehören die Redakteure der WELT und ihre Leser.“

Der „unausweichliche Ausgang“ – was meint der gestrenge Walden? Die drohende Pleite? Schließlich schwindet die Zahl der WELT-Leser stetig. Werden da die Wissenden unter den Unwissenden noch Einsichten und Auswege finden? Man bangt und möchte trösten. Mit einem schönen Wort des Dichters Heinrich Heine: „Die Welt ist dumm, die Welt ist blind, wird täglich abgeschmackter...“

Ernst Jandl: glückwunsch

wir alle wünschen jedem alles gute:

daß der gezielte schlag ihn just verfehle;

daß er, getroffen zwar, sichtbar nicht blute;