Paranoia, der „systematisierte Wahn“, soll je eine ausgeprägte männliche und weibliche Komponente haben. Bislang ging die (amerikanische) Lenrmeinung im wesentlichen von zwei Wahnvorstellungen aus – von der Einbildung, etwa von Geheimdiensten verfolgt zu werden, und von der fixen Idee, daß der Partner fremdgeht. Nun berichtet die New Yorker Psychiaterin Marie Rudden im American Journal of Psychiatry, daß diese Einstellung nur auf Männer zutrifft. Frauen leiden demnach an andersartigen Selbsttäuschungen. Sie kreisen typischerweise um die Vorstellung, von einem Mann verehrt oder verfolgt zu werden. Rudden basiert ihre These auf Studien mit je 44 psychiatrisch einschlägig behandelten Männern und Frauen. Dabei fiel zudem auf, daß die Männer sich überwiegend von (männlichen) Fremden, die Frauen aber von (männlichen) Bekannten verfolgt wähnten. Der weibliche Wahn läuft Gefahr, wie die Forscherin schreibt, von Psychiatern weniger ernstgenommen zu werden, „da die Behauptung, ein Bekannter habe erotisches Interesse an einem, weniger verblüffend ist als jener, vom Geheimdienst verfolgt zu werden.

Die biotechnische Industrie der Vereinigten Staaten hat sich zu einem beachtlichen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Einem Bericht des Fachblatts Biotechnology News zufolge beschäftigen die nun rund 600 amerikanischen Bio-Firmen etwa 30 000 Menschen; ihre Aktiva erreichten 1983 zusammengenommen 27 Milliarden Mark. Welche Wertschöpfung die Wissensexplosion der Biologie in der amerikanischen Landwirtschaft bewirken könnte, kalkulierte die Beraterfirma L. William Teweles aus Milwaukee: Allein die Fortschritte der Pflanzengenetiker sollen in der nächsten Dekade den Wert der wichtigsten Nutzpflanzen um jährlich fünf Milliarden Dollar erhöhen. Weitere zehn Jahre später, Anfang des nächsten Jahrhunderts also, soll der Wertzuwachs dank moderner Biologie auf jährlich 20 Milliarden Dollar anwachsen. Allein die Verbesserung des Saatguts könnte im Jahr 2000 den Verkaufswert der Ernte um 6,8 Milliarden Dollar erhöhen. Der Studie zufolge dürfte die Weltnahrungsproduktion, wie die amerikanische Zeitschrift Science News meldet, in den nächsten 25 Jahren als Folge der biotechnischen Revolution um fünf bis zehn Prozent steigen. GH