ZEIT: In der nächsten Woche werden sich rund 1400 Aussteller auf der Internationalen Möbelmesse in Köln treffen. Erwartet der Möbelhandel 1984 mehr Kunden?

Weinmiller: Nach drei sehr schwierigen Jahren, die in der Branche ihre Spuren hinterlassen haben, hat schon das Jahr 1983 erstmals wieder einen geringfügigen realen Umsatzzuwachs gebracht. Für 1984 sprechen alle Vorhersagen für eine Fortsetzung des Trends. Man spricht von bis zu fünf Prozent realem Wachstum, wobei die Möbelbranche damit über dem Durchschnitt der gesamten Konsumgüterwirtschaft liegen würde.

ZEIT: Worauf stützt sich diese Prognose?

Weinmiller: Es gibt einen Nachholbedarf bei Möbeln. In den zurückliegenden Jahren sind Anschaffungswünsche zurückgestellt worden, die jetzt bei geringerem Zinsniveau und bei insgesamt besseren Rahmenbedingungen – wie es immer so schön heißt – eher realisiert werden.

ZEIT: Nun ist der Zeitpunkt zum Einkauf auch günstig. Das Wort „Rabatt“ wird im Möbelhandel derzeit großgeschrieben. Wie lange können die Geschäfte die Preiskämpfe durchhalten?

Weinmiller: Der Kunde ist bei den Preiskämpfen sicher der Gewinner. Für die Branche sehe ich aber in diesen Praktiken eine große Gefahr. Nicht die Händlerrabatte spielen dabei die Hauptrolle, sondern die Rabatte, die die Möbelindustrie ihren größeren Kunden gibt. Auf der Basis dieser günstigen Einkaufspreise können einige Händler wesentlich unter den allgemein empfohlenen Preisen der Hersteller anbieten. Und sie nutzen das bei der Werbung kräftig aus.

ZEIT: Die kleinen Möbelhändler sind bei den Preisvergleichen immer die Verlierer. Konnten sie im vergangenen Jahr trotzdem beim Umsatzwachstum mithalten?